Sozialarbeit mit Kindern in Ecuador
Ein Sonnenuntergang spiegelt sich im Wasser

"... durchweg sehr abenteuerlich und wunderschöne Erlebnisse ..."

  • Freiwilligenarbeit
  • Ecuador
  • 11 Wochen

Erfahrungsbericht von

22.06.2013

Lydia schrieb:

"Mein typischer Arbeitstag sah so aus, dass ich zwischen 7 und 8 Uhr, anfangs allein – später dann mit anderen Freiwilligen zusammen, zum Bus gelaufen bin. Nach fast einer Stunde Durchgeschüttel und relativ lauter Beschallung bin ich dann in der doch sehr armen Region "La Bota" angekommen.

Im Kindergarten bin ich dann schon immer mit lautem "Liria" empfangen worden. Ich habe dort mitgeholfen das Essen zu servieren und nach der Essensschlacht mit sauber gemacht.
Da ich vor allem bei der Baby-Gruppe war, habe ich ansonsten gefüttert, Windeln gewechselt und mit den kleinen Rackern gespielt. Im Normalfall bin ich so zwischen 2 und 3 Uhr wieder nach Hause gefahren, es sei denn wir haben noch Volleyball gespielt.
Manchmal haben wir mit den Kiddis auch einen Ausflug in den Park (Spielplatz) gemacht oder zu einer Erzieherin nach Hause zum DVD schauen. Außerdem haben wir zum Kindertag eine Party veranstaltet und auch ansonsten viel getanzt! Die Kinder haben hier ja so ein Rhythmus-Gefühl! Wahnsinn!

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man bei der Betreuung von Kindern immer deren Umstände, v.a. zu Hause, berücksichtigen muss. D.h. dass ich mit einigen pädagogischen Maßnahmen der Erzieherinnen nicht einverstanden war, aber es eben in Ecuador so üblich ist, die Kinder daran gewöhnt sind und man dort nicht von einem Tag auf den anderen die Welt verändern kann.


Zuviel Spielzeug zerstört die Phantasie! Wenn ich sehe, wie die Kinder hier Tag für Tag mit den gleichen Sachen ausdauernd spielen können und im Vergleich dazu die Kinder in Deutschland, die im voll gestopften Zimmer sitzen und sich langweilen, sagt das schon viel aus.

Meine Unterkunft im Apartment hat mir gut gefallen und auch der Sprachkurs war sehr gut und auch wirklich sehr erfolgreich. Auch hatte ich sehr guten Kontakt zu anderen Freiwilligen von Praktikawelten. Mit den Einheimischen hatte ich aber teilweise ein paar Problemchen. Ich muss sagen, dass immer noch recht patriachische Familienbild in Ecuador gibt, d.h. die Frauen sind meist zu Haus und bei den Kindern und in Folge dessen oft sehr einfach gestrickt, während der Mann auf der Straße eine Frau nach der anderen anmacht. Das war sehr gewöhnungsbedürftig. Oft geärgert habe ich mich darüber, dass es fast immer spezielle "Gringo-Preise" gibt und ständig versucht wird, einen über den Tisch zu ziehen.

In unserem Apartment und der Sprachschule ist es sehr einfach Kontakt zu anderen Freiwilligen zu knüpfen. Wir haben verschiedene Ausflüge übers Wochenende in die nähere Umgebung Quitos gemacht, die durchweg sehr abenteuerlich und wunderschöne Erlebnisse waren. Abends weggehen kann man auch ganz gut.
Es finden sich immer zahlreiche Tanzpartner und man kann gut das lateinamerikanische Temperament fühlen. Das waren Parties!

Lustige Momente gab es viele … Das fängt bei den vielen peinlichen Versprechern an und hört bei den vielen schönen Wochenendausflügen auf. Das eine Mal bin ich bei dem Wasserfall in Mindo 12m in die Tiefe gesprungen. Ein anderes Mal hab ich mit einer Freundin einen Ausflug zu einer Lagune gemacht. Es ist anfangs soviel schief gegangen und doch war es rückblickend eines der schönsten Erlebnisse überhaupt.

Die Betreuung durch das Praktikawelten-Team war durchweg sehr gut! Ich bin durch Praktikawelten gut auf meine Reise vorbereitet worden. Wenn man so etwas zum ersten Mal macht, so wie ich, ist es auf alle Fälle ratsam, auf eine Organisation wie Praktikawelten zurückzugreifen, die Hostal, Sprachschule, Projekt etc. vororganisiert.

Es war wirklich eine sehr gute Entscheidung solch einen Auslandsaufenthalt zu machen! Die Erfahrungen, die ich gesammelt habe, möchte ich nicht missen und es werden auf jeden Fall noch weitere Auslandsaufenthalte folgen. Die Vorteile daran, in ein Land wie Ecuador zu reisen, sind: Man sieht mit wie wenig viele Menschen leben müssen und trotzdem glücklich sind und eine ganz besondere Lebensfreude ausstrahlen. Und außerdem wie erfinderisch man sein kann, wenn man sich nicht auf einem gängigen Sozialsystem ausruhen kann. Man schätzt so vieles mehr Wert wenn man wieder nach Hause kommt und den Luxus sieht, in dem wir leben!

Kleiner Tipp:
Behaltet ein gesundes Misstrauen bei und lasst am besten jeglichen Schmuck zu Haus – dann kann fast nichts passieren. Nehmt es mit dem Wasser genau, sonst sind Parasiten und damit Durchfall vorprogrammiert. Und Mädels, gebt ecuadorianischen Männern keinerlei positives "Signal" – sie sind super anhänglich und extrem eifersüchtig. Ansonsten: Genießt die wunderschöne Natur Ecuadors!"

Erfahre mehr über das Projekt, das Lydia L. so begeistert hat: Sozialarbeit mit Kindern in Ecuador