Sozialarbeit mit Kindern in Ecuador

"Ich bin menschlich sehr gewachsen"

  • Freiwilligenarbeit
  • Ecuador
  • 7 Wochen

Erfahrungsbericht von

2017-05-12

Janina schrieb:

"Die Betreuung während meines Aufenthaltes vor Ort war gut. Die Informationen, die ich im Vorhinein erhalten habe, waren leider nicht immer ganz zutreffend und auch nicht wirklich ausführlich. Das war im Endeffekt aber nicht tragisch und hat mich auch nicht wirklich gestört. Die Betreuung vor Ort durch die Schule war allerdings ausnahmslos super!

Meine Gastfamilie war sehr lieb und gut organisiert. Da ich allerdings mit fünf weiteren Volontären dort gewohnt habe, hatte ich oft nicht wirklich das Gefühl, in einer richtigen Gastfamilie zu leben. Die Aktivitäten vor Ort fand ich toll - vor allem die Tanzstunden kann ich empfehlen. Mein Projekt war okay. Ich persönlich hatte mir jedoch eigentlich erhofft, mit etwas älteren Kindern zu arbeiten, um auch mein Spanisch ein wenig zu verbessern. Meine Kleinen waren unter 2 Jahre alt.

So sah mein typischer Tagesablauf aus:

Erstmal musste ich natürlich aufstehen, zu Hause frühstücken und mit dem Bus in die Arbeit fahren. Um 8:30 Uhr war dann Arbeitsbeginn. Ich half dabei, die Kinder zum Frühstück zu bringen, dann folgte eine Spiel- oder Lernstunde und wir haben Früchte mit den Kindern gegessen. Nach einer weiteren Spiel- oder Lernstunde gab es für die Kinder Mittagessen, bevor wir alle umgezogen und schlafen gelegt haben. Gegen 14:00 Uhr war Arbeitsende. Dann bin ich nach Hause gefahren oder noch in die Altstadt spazieren gegangen, genoss ein Mittagessen und meine Freizeit. Nachdem es gegen 19:00 Uhr Abendessen gab, bin ich schlafen gegangen.

In meiner Freizeit habe ich meistens Freunde getroffen (andere Volontäre, aber auch Leute die ich so kennen gelernt habe). Oft hab ich Nickerchen
gemacht, denn die Arbeit ist durchaus anstrengend. Ansonsten habe ich Tagebuch geschrieben, Museen / Parks / Märkte besucht... (Quito eignet sich prima für Erkundungstouren!)

Welche Erfahrungen habe ich mit der neuen Kultur und Bevölkerung gesammelt?

Das Lehrreichste war wohl das Bus fahren und meine regelmäßigen Marktbesuche. Ich weiß jetzt ganz genau, wie ich um meine wöchentliche Ration Maracujas feilschen muss, um nicht über den Tisch gezogen zu werden. Eine Busfahrt in Ecuador muss man selbst erleben, um zu verstehen was ich meine. Achja und Salsa ist mehr als nur ein Tanz, es ist eine ernste Sache und eine Passion.

Mein schönster, lustigster oder ungewöhnlichster Moment in Ecuador?

Da gibt es so viele... Der Moment als mein Lieblingskind zum ersten Mal meinen Namen gesagt hat (die lernen gerade erst sprechen, ich war hin und weg<3) oder Wasserfallklettern in Banos, die Geburtstagsfeier von meinen Gastgeschwistern, Mountainbiken auf Cotopaxi oder Tanzen in Lavoe...

Mein Fazit:

Dieser Aufenthalt war die beste Entscheidung meines Lebens... Auch wenn ich jetzt weiß, dass ich Kinderbetreuung sicher nicht zu meinem Beruf fürs Leben machen möchte. ;) Aber ich bin menschlich sehr gewachsen, habe viel erlebt und gelernt und viele neue Freundschaften geschlossen.

Meine Tipps für zukünftige Weltenbummler:

Seid offen für alles, traut euch über eure Komfortzone hinauszugehen, nutzt die Zeit - sie ist schneller um als man denkt. Die erste Woche ist immer die aufregendste aber auch die härteste... das geht vorbei! Kämpft euch durch und vergesst nicht: Es kommt auf euch an, ob ihr eine gute Erfahrung haben werdet oder nicht. Ach und plant vielleicht nicht schon so viel im Vorhinein. Probiert mal aus und dann kann man immer noch verlängern oder vielleicht wollt ihr ja dann doch auch noch was anderes probieren. Man kann ja immer noch verlängern..."

Erfahre mehr über das Projekt, das Janina M. so begeistert hat: Sozialarbeit mit Kindern in Ecuador