Physiotherapie in Ecuador

"Wichtige Erfahrungen waren z.B. das Kennenlernen einer vollkommen anderen Kultur"

  • Freiwilligenarbeit
  • Ecuador
  • 25 Wochen

Erfahrungsbericht von

08.06.2010

Anke schrieb:

"Ein typischer Arbeitstag in Quito begann im Krankenhaus damit, dass ich Kinder mit zerebraler Kinderlähmung massiert habe, bevor die "richtigen" Übungen mit ihnen gemacht wurden. Ansonsten beobachtete ich viel oder versuchte die Kinder mit Spielzeugen vom Weinen abzulenken.

Nachmittags unternahm ich meistens etwas mit anderen Freiwilligen zusammen. Die alltäglichen Dinge waren hauptsächlich: Internetcafé, Bäckerei, einkaufen, Wäscherei, Sprachschule,... Häufig unternahmen wir aber auch ganz andere Sachen, wie z.B. Kino, Altstadt, Botanischer Garten.

In der zweiten Hälfte meiner Zeit in Ecuador ging ich regelmäßig am späten Nachmittag zum Salsaunterricht der Sprachschuleund zum Kickboxen, was in einem Fitnessstudio angeboten wurde. Abends kochte ich meistens zusammen mit meinen Mitbewohnern und wir planten schon unser Programm für das kommende Wochenende.

Bezüglich der Vorbereitung möchte ich die netten und schnellen Antworten der Mitarbeiter in Deutschland loben. Egal ob telefonisch oder per E-Mail, immer fühlte ich mich gut aufgehoben. Auch die Betreuung vor Ort war in Ordnung. Es war schön direkt am Flughafen abgeholt zu werden und direkt am nächsten Tag bekam ich mit zwei anderen Neuen eine „Stadtführung“.

Je besser man die Landessprache beherrscht und je offener man ist, desto besser klappt der Kontakt zu den Einheimischen. Gerade die Ecuadorianerinnen empfand ich am Anfang als sehr zurückhaltend. Auf der Arbeit kam ich aber immer mehr mit den Studenten ins Gespräch. Das war sehr nett! Außerdem kamen immer wieder kleine Smalltalks bei unserem Stammbäcker, unserer Stammwäscherei, unserem Stammobsthändler zustande. Einer der schönsten Momente war die Begegnung mit ein paar Einheimischen in Cayambe, die uns zu einem Fest einluden, bei dem wir die einzigen Ausländer waren und wir wirklich mitten im ecuadorianischen Leben steckten. Toll!

Der Auslandsaufenthalt war eine der besten Entscheidungen, die ich bisher in meinem Leben getroffen habe! Im Nachhinein kann ich sagen, dass mich die Zeit in Ecuador sehr stark geprägt hat und auch meine Sichtweise bezüglich einiger Dinge sehr geändert hat. Wichtige Erfahrungen waren z.B. das Kennenlernen einer vollkommen anderen Kultur und deren Menschen, der andere Umgang mit der Zeit (den "deutschen" Stress & die "deutsche" Pünktlichkeit gibt es dort nicht) und allgemein die andere Mentalität. Man wächst über sich hinaus. Ich würde sogar sagen, dass der Kulturschock in Ecuador nicht so groß war, wie der, als ich wieder zurück nach Deutschland gekommen bin. Beruflich hat es mich auch bestärkt, denn jetzt mache ich tatsächlich eine Physiotherapieausbildung."

Erfahre mehr über das Projekt, das Anke R. so begeistert hat: Physiotherapie in Ecuador