Humanmedizin in Ecuador

"Ich arbeitete in der Urologie im Untersuchungsraum"

  • Freiwilligenarbeit
  • Ecuador
  • 4 Wochen

Erfahrungsbericht von

16.03.2011

Duc Do schrieb:

"Ich arbeitete in der Urologie im Untersuchungsraum, in dem Zystoskopien gemacht wurden. Ich musste im sterilen Raum Untersuchungstisch und Instrumente vor jeder Untersuchung vorbereiten, sodass der Arzt lediglich Handschuhe anlegen und beginnen konnte, während ich ihm assistierte. Der Arbeitstag endete um 17:00, wonach ich dann zu meiner Gastfamilie zurückkehrte.

Meine Erfahrungen beschränkten sich nicht nur auf das medizinische Wissen über den Urogenitaltrakt, sondern erstreckten sich auch auf den Arbeitsvorgang der Ärzte mit den Patienten. So konnte ich beobachten, dass Patienten für eine einzelne Untersuchung alle Materialien selbst mitbringen musste, ohne diese der Arzt die Untersuchung nicht durchgeführt hätte. Was mich am meisten verwundert hatte war die Auswahl der Ausstattung, die den Ärzten zur Verfügung standen: teure moderne Kameras für die Zystoskopie, jedoch Waschseife für die Hände war gleichzeitig das Desinfektionsmittel für die Patienten. Zu sehen, dass das Arzt-Patienten-Verhältnis eine ganz andere war als die, die in Deutschland vorherrscht, war eine besondere Erfahrung: egal ob es schmerzte und wahrscheinlich aus Sicht eines deutschen Arztes sehr eigentümliche Methode, der Patient hatte nie den Arzt in Frage gestellt und war ihm immer nahezu untergeben.

Im Vordergrund war für mich wichtig, viel Zeit mit den Ecuadorianer zu verbringen, so besuchte ich mit dem Hausmeister einer Kirchtour durch das gesamte Zentrum Quitos, schauten uns ein Fußballspiel im Stadium an, mit Medizinstudenten hatte ich viele Homepartystreifzüge machen können. Mit der Zeit habe ich herausfinden können, dass alle Jugendliche in der Lage waren die traditionellen Tänze zu tanzen, nicht nur Salsa, sowie Merengue usw. Auch habe ich gemeinsam mit ihnen Medizinvorlesungen besuchen dürfen. Weiterhin wurde ich zur Geburtstagsfeier der Tochter des Chefarztes der Urologie eingeladen, wovor wir ein gemeinsames Abendessen im Garten am Grill hatten.

Doch die intensivste Erfahrung machte ich mit meiner Gastfamilie. Denn ich entschloss mich nach meiner 2. Woche in Ecuador nicht mehr in den Apartments mit den anderen Freiwilligen zu leben, um noch schneller Spanisch zu lernen und um dem Ziel näher zu kommen den Ecuadorianer zu verstehen. Der schönste Moment war jener Abend, als ich mit den Medizinstudenten auf einer Hausparty war, wonach sie mir sagten, dass wir nun Freunde fürs Leben und Freunde im Herzen geworden seien.

Worüber ich sehr  zu meiner Freude überrascht war, war die Flexibilität der Organisation von Praktikawelten. Trotz der Tatsache, dass ich mich einen Monat vor meiner Ausreise beworben hatte, konnte ich einen Platz in einem Krankenhaus in Quito erhalten. Nach meiner Anfrage um einen Freiwilligendienst konnten sie in kurzer Zeit die Vorbereitungsmaßnahmen treffen. Auch die Betreuung vor Ort war super. Die Sprachschule war sehr gut strukturiert, sodass man in kurzer Zeit die Grundlagen erhalten hatte, um sich innerhalb von 3 Wochen verständigen zu können. Das Freizeitangebot war sehr vielfältig: Salsa-Tanzkurs, Cocktail-Kurs, sowie Fußball-Spiele, gemeinsames Kochen und vor allem die Flexibilität für mich eine Gastfamilie zu suchen, haben mich sehr positiv überrascht."

Erfahre mehr über das Projekt, das Duc Do M. so begeistert hat: Humanmedizin in Ecuador