Humanmedizin in Ecuador

"Dank Ecuador weiß ich, dass ein Medizinstudium genau das Richtige für mich ist"

  • Freiwilligenarbeit
  • Ecuador
  • 10 Wochen

Erfahrungsbericht von

29.03.2015

Anna schrieb:

"Ich hab mich vor meiner Abreise bemüht, nicht zu viele Erwartungen zu haben, um nicht enttäuscht zu werden. Wenn ich ehrlich bin, hab ich nicht gedacht, dass Ecuador wirklich so ein schönes Land ist.

Von der Arbeit hatte ich auch wenige Vorstellungen. Ich habe gehofft, viele interessante Dinge zu sehen und Menschen helfen zu können. Grundsätzlich hat mir mein Praktikum sehr gut gefallen!! In Ecuador nimmt man nicht alles so genau, weshalb es öfter vorkommt, dass mal ein Praktikant dem Patienten die Spritze gibt. Dadurch sammelt man wahnsinnig viele Erfahrungen. Ich habe dadurch auch gemerkt, wie sehr mich die Medizin und die Arbeit mit Patienten interessiert und möchte jetzt Medizin studieren. Auch wenn man an manchen Tagen nur Betten macht, so bekommt man den Krankenhausalltag mit und lernt mit kranken Menschen umzugehen. Natürlich war dabei die Sprache ein kleines Hindernis. Auch wenn ich im Sprachkurs wirklich gute Sprachkenntnisse erlernte, so war die Umsetzung oft ein Problem. Dennoch waren alle Schwestern und Ärzte sehr geduldig und erklärten Vorgänge auch öfter. Insgesamt bin ich also 100 % zufrieden mit meiner Wahl des Projektes!

Mein Tag begann mit dem Aufstehen um ca. 6:30 Uhr. Um 7:30 Uhr fuhren wir mit dem Bus zum Krankenhaus. Die 40 Minuten Fahrt empfand ich eher angenehm um nochmal etwas zu entspannen. Um ca. 8:30 Uhr begann unser Arbeitstag auf den verschiedenen Stationen. Die Aufgaben hingen sehr stark davon ab, auf welchen Stationen wir eingeteilt waren. In der Notaufnahme wurde oft Blut abgenommen, Schmerzmittel gespritzt und man konnte den Ärzten dabei zusehen, wie sie ab und zu Patienten nähten (manchmal durfte man auch selbst ran). Auf den sog. "Bettenstationen", wie z.B. Cirugia Mujeres/Hombres, Ginecología, ... wurden meist Betten gemacht, Wattebällchen gerollt oder Medikamentenschränke aufgeräumt. Natürlich waren die Aufgaben in der Notaufnahme spannender aber auch die Arbeit auf den anderen Stationen hat mir gut gefallen! Als ich dann um ca. 13:00 Uhr zu Hause war, hab ich oft eingekauft oder sonstige Dinge erledigt, die halt so angefallen sind. Gegen Abend haben wir dann in der WG gekocht und uns danach einen Film zusammen angesehen (die sind dort echt billig)!

Vor meinem Aufenthalt in Ecuador, wollte ich zwar schon Medizin studieren, war mir aber noch relativ unsicher. Ich habe mich für das Theoretische interessiert, wusste aber nicht, wie mir die Arbeit im Krankenhaus gefallen würde. Jetzt weiß ich, dass ein Medizinstudium genau das Richtige für mich ist.

In Ecuador ist mir vor allem aufgefallen, wie hilfsbereit die Menschen dort sind. Egal ob die Leute auf der Straße, die Krankenschwestern im Krankenhaus oder die Verkäufer im Supermarkt, alle sind wirklich nett. Generell herrscht in Ecuador einer "locker-flockig-Einstellung". Das bedeutet, dass man vieles nicht zu genau nimmt, sich nicht viele Gedanken macht und das Leben einfach genießt!

Als ich noch im Sprachkurs war, war mein Unterricht für den Nachmittag angelegt. Danach hab ich meistens an den Aktivitäten der Schule teilgenommen (Salsa-Kurs, Koch-Kurs, City-Tour, usw.). Das hat mir auch alles sehr viel Spaß gemacht!! Aber die Wochenenden waren das Beste! Jedes Einzelne wurde genutzt um Ecuador zu erkunden. Mit ein paar anderen Teilnehmern war ich 2x an der Küste, in anderen kleinen Städten, im Dschungel und auf Galapagos!!! Es hat mir auch viel Spaß gemacht Quito und seine Umgebung zu erkunden. Ich hab wirklich tolle Freunde gefunden und jedes Wochenende total genossen!

Am besten haben mir die Galapagos-Inseln gefallen! Dort war einfach jeder Moment wunderschön. Nicht umsonst spricht man vom Paradies auf Erden! Der beste Moment im Projekt war, als mich ein Arzt eine Wunde nähen lies!! Es war einfach so spannend und beeindruckend und danach war ich wahnsinnig stolz!

Wenn ich Fragen per Mail schickte, wurden die immer sehr schnell beantwortet und auch telefonisch war Praktikawelten immer gut erreichbar. Insgesamt war die Betreuung vor Ort super! Wenn man Probleme hatte, konnte man sich immer an die Schule wenden und es wurde einem geholfen. Es gab immer jemanden, der dich zum Bankautomaten, zur Polizei oder zum Arzt begleitet hat.

Es war die absolut richtige Entscheidung! Ich bereue rein gar nichts und bin so froh, dass ich mich für das Land Ecuador und das Praktikum im Krankenhaus entschieden habe. Ich hab so viel unternommen und bin auch einfach selbstständiger geworden. Es fällt mir nun viel leichter, eigene Entscheidungen zu treffen und mein Leben selbst zu organisieren! Deswegen würde ich es jedem raten, selbst mal in die große Welt loszuziehen!!!

Der wichtigste Tipp ist, nicht zu viele Erwartungen zu haben. Überhaupt sollte man sich nicht viele Gedanken machen, sondern einfach mal alles auf sich zukommen lassen. Im Land selber ergibt sich das meiste. Man findet sehr schnell Freunde und die Teilnehmer, die schon etwas länger da sind, haben viele wertvolle Tipps. Ich würde jedem raten, viel zu reisen und die Zeit nutzen, um Land und Leute kennen zu lernen. Wenn man kein Spanisch kann, kommt man auch so gut zurecht, da die Leute sehr nett und geduldig sind.

Viele machen sich bestimmt Sorgen, wegen der Kriminalität. Meine Meinung: Natürlich ist es gefährlich, aber wenn man sich an gewisse Regeln hält ist das Risiko sehr gering. Ich hab es mir ehrlich gesagt viel schlimmer vorgestellt."

 

Erfahre mehr über das Projekt, das Anna S. so begeistert hat: Humanmedizin in Ecuador