Humanmedizin in Ecuador

"Wie wahr ist doch das Sprichwort: "Reisen bildet""

  • Freiwilligenarbeit
  • Ecuador
  • 11 Wochen

Erfahrungsbericht von

18.06.2013

Alexandra schrieb:

"Irgendwie war ich mir schon vor meinem Abflug sicher, dass eine aufregende Zeit vor mir liegen würde. Klar, ich erwartete keinen hohen Lebensstandard und eine hohe Kriminalität in manchen Gebieten aber trotzdem wusste ich, dass die Einheimischen mir freundlich gegenüber treten würden und ich nichts zu befürchten habe.

Ich hoffte, viele interessante Leute kennen zu lernen und möglichst viel vom Land zu sehen. Im Projekt erhoffte ich mir, möglichst viel vom Alltag im Krankenhaus zu erfahren. Und genauso ist es dann auch passiert. Die Arbeit im Krankenhaus war super und genau nach meinen Vorstelllungen. Ich habe viele neue Leute (aus aller Welt) kennen gelernt, habe gelernt Spanisch zu sprechen und hatte einen sehr guten Einblick in den Krankenhausalltag.
An den Wochenenden hatte ich die Möglichkeit, Ecuador recht gut kennen zu lernen.
- Alles so, wie ich es erhofft hatte! –

An unseren Arbeitstagen verließen wir um ca. 7 Uhr zu dritt oder zu viert das Haus, die Arbeit begann um 8:00 Uhr. Im Krankenhaus gingen wir meist auf verschiedene Stationen. Ich gesellte mich oft zu einer ecuadorianischen Studentin, mit der ich mich angefreundet hatte. Je nachdem wie viele Patienten es gab konnte ich ihr dann –soweit es mir möglich war - assistieren. Um 15:00 Uhr beendeten wir meist die Arbeit und fuhren zur Sprachschule, um dort das Internet zu nutzen. Gelegentlich gingen wir auch zur Nachtschicht. Diese fing abends an und wir blieben dann bis mittags. Anfangs dachte ich, die Arbeit im Krankenhaus würde langweilig werden, da es kaum etwas zu tun gab und ich oft das Gefühl hatte, im Weg zu stehen. Je mehr ich aber mit Sprache, Arbeiten, Vorgehensweisen und dem Krankenhauspersonal vertraut wurde, umso mehr konnte ich mich auch einbringen. In den letzten Wochen konnte ich sogar selbst impfen, Blut abnehmen, nähen und zwei Geburten machen.

Dass ich diese Erfahrungen sammeln würde, hätte ich nie zu träumen gewagt!
- Auch wenn ich wohl Glück hatte, diese Möglichkeit zu bekommen! –
Ich habe während meines Aufenthalts viele neue Freunde gefunden, darunter auch einige Ecuadorianer/ innen. Es sind sehr aufgeschlossene Menschen, die sehr daran interessiert sind, etwasüber die Lebensweise in Deutschland/ Europa zu erfahren, da es nicht üblich ist, andere Länder, geschweige denn Europa zu bereisen. Ausländern gegenüber treten sie fast immer höflich und freundlich auf. Man darf nur nicht erwarten, Konversation (in die sie einen gerne zu verstricken versuchen) auf Englisch zu führen –das können nur die Wenigsten!-

In unserer Freizeit haben wir oft gemeinsam im Appartment gekocht und haben die Abende zusammen verbracht. Die Unterkunft hat mir sehr gut gefallen! Am Wochenende gab es oft Feiern (Geburtstags- / Abschiedsfeiern) oder ich bin zusammen mit anderen Freiwilligen in Ecuador herumgereist. Es war eigentlich immer jemand da, mit dem man etwas unternehmen konnte, da im Haus viele Freiwillige wohnten.

Es gab jede Menge schöne Erlebnisse, wie die Parties auf der Dachterrasse unserer Unterkunft. Die Reisen an den Wochenenden z.B. auf dem Dach eines Zuges fahren, am Strand liegen und kilometerweit keine Menschenseele in Sicht, im Dschungel eine Nachtwanderung machen und interessante Insekten und andere Tiere (vor denen man sich normalerweise fürchtet) kennen lernen! Ein Baby zur Welt bringen und die glückliche Mutter beobachten!
Mit den Seelöwenbabys auf Galapagos spielen und beim Schnorcheln Haie beobachten!!! Die Ecuadorianer und ihre Kultur kennen lernen! All das lässt mich auch jetzt noch lächeln, wenn ich mich daran erinnere!

Es gab eine gute Vorbereitung in Deutschland und vor allem die Betreuung vor Ort war super und genau nach meinen Vorstellungen! Jorge (Assistent von Helene) vor Ort war immer ansprechbar- er hielt sich oft in der Sprachschule auf oder ansonsten telefonisch oder per E-mail erreichbar. Er erschien immer pünktlich zu vereinbarten Terminen und brachte mich zuverlässig zum Flughafen.

Bei Fragen oder Problemen konnte er mich kompetent beraten. Bemerkenswert ist auch, dass er sehr gut Englisch spricht! Am ersten Abend (gleich nach meiner Ankunft) wurde ich in mein Zimmer gebracht. Jorge überreichte mir einen Stadtplan und zeichnete mir die wichtigsten Orte ein. Gleichzeitig erhielt ich alle wichtigen Telefonnummern und er nahm sich Zeit, auf alle meine Fragen einzugehen.

Kleiner Tipp:
Am Anfang: Du solltest nicht zögern, solch eine Auslandserfahrung zu machen!!! Es ist so wertvoll für dich, egal was du im Leben vorhast!!!

Im Krankenhaus: Zeig den Ärzten und Schwestern, dass du helfen willst und auch kannst! Biete immer wieder deine Hilfe an und verzweifle nicht, wenn es lange nichts zu tun gibt! (Kleiner Tipp- in der Rehabilitation gibt es manchmal kostenlose Massagen :-))

Im Land: Reise viel! Ecuador hat so viele schöne Seiten und sei offen Einheimischen und anderen Reisenden gegenüber. Das bringt dir viele neue Freunde ein!
Kurz und gut: sei so selbstbewusst wie es nur geht!

Für mich persönlich war es eine unvergessliche und großartige Erfahrung!
Ich lernte nicht nur eine neue Sprache, sondern auch viele neue Leute und eine ganz andere Kultur kennen! Gleichzeitig erweckte die Arbeit im Krankenhaus mein Interesse an der Medizin. Und ich konnte erkennen, wie gut wir es doch hier in Deutschland mit der medizinischen Versorgung haben. Beim Reisen an den Wochenenden bekam ich viele Dinge zu Gesicht, die ich vorher nur aus Erzählungen oder Filmen kannte.

Wie wahr ist doch das Sprichwort: "Reisen bildet" – und es stärkt das Selbstbewusstsein."

Erfahre mehr über das Projekt, das Alexandra D. so begeistert hat: Humanmedizin in Ecuador