Sozialarbeit mit Kindern in Chile

"Meine Zeit in Santiago war wirklich toll"

  • Freiwilligenarbeit
  • Chile
  • 8 Wochen

Erfahrungsbericht von

11.02.2013

Zita schrieb:

"Von Chile als Land hatte ich kaum Vorstellungen und habe mir wenig Gedanken darüber gemacht. Es sollte einfach nur anders sein als mir bekannte europäische Länder. Meine Arbeit habe ich mir als Herausforderung, in kurzer Zeit Zugang zu Kindern mit komplizierten familiären  Hintergründen zu bekommen, vorgestellt. 

Es war sehr schön, weil ich versucht habe, den Kindern ein Stückchen Beständigkeit im Sinne von viel Aufmerksamkeit und Liebe zu geben, was sie ansonsten von niemandem zu erwarten hatten, aus oben genannten Gründen.

Mein Tagesablauf passte sich dem der Kinder an. Morgens um neun Uhr Frühstücken, dann gemeinsames Spielen, dann Mittagessen. Wenn ich dann um halb drei Uhr aus meiner langen Mittagspause zurück kam, waren die Kinder gerade aufgewacht und ich durfte ihnen die Flasche geben. Danach folgte wiederum eine ausgiebige Spielzeit und um halb sechs Uhr hatte ich Feierabend.

Insgesamt haben mir eigentlich alle Aufgaben gefallen. Am liebsten habe ich natürlich die ganz kleinen Babys gefüttert. Das Spielen war teilweise etwas anstrengend, weil ich durchgehend gute Laune verbreiten und die Kinder unterhalten musste. Weinende Kinder trösten war auch eine meiner Hauptaufgaben. Alles in Allem stimmten meine tatsächlichen Aufgaben mit meinen Wunschvorstellungen überein.

Da mein Berufswunsch in eine komplett andere Richtung geht, habe ich nur "Lebenserfahrung" sammeln können. Zum Beispiel, dass Kinder sehr viel Aufmerksamkeit verdient haben und diese in einer solchen staatlichen Einrichtung aus verständlichen Gründen wie z.B. Personalmangel nicht bekommen können. Ich mache mir deshalb Sorgen, dass die Kinder vielleicht dadurch die Chance verpassen, die natürliche Beziehungsfähigkeit zu entwickeln. Weiterhin habe ich großen Respekt vor und große Bewunderung für die Arbeit der Betreuerinnen, deren Schichten teilweise sehr lange dauerten und die nie die Geduld zu verlieren schienen.

Kurz: die Chilenen sind sehr ambivalent. Offen und herzlich. Auf der anderen Seite aber konservativ und prüde. Alles in Allem sind die Chilenen aber sehr nett und gastfreundlich.

Ich war mit der Unterkunft sehr zufrieden, was an meiner sehr liebenswürdigen Gastmutter lag. Meine Zeit in Santiago war wirklich toll. Besonders gut hat mir gefallen, dass ich sowohl die touristische Seite (Reise, Sprachschule), als auch die einheimische Seite (Gastfamilie) kennen lernen konnte.

Die Erfahrung, sich mit schlechtem Spanisch in einem Land durchzuschlagen, in dem man das einheimische Spanisch kaum versteht, hat mich definitiv weitergebracht."

Erfahre mehr über das Projekt, das Zita Koehler-Baumann so begeistert hat: Sozialarbeit mit Kindern in Chile