Sozialarbeit mit Kindern in Chile

"bin durchs Land gereist, habe Berge erklommen, typisch chilenisch gekocht,..."

  • Freiwilligenarbeit
  • Chile
  • 8 Wochen

Erfahrungsbericht von

08.03.2012

Isabell schrieb:

"Vor meinen Abflug habe ich viele Touristen- und Reiseinformationen durchgeblättert. Zwar wusste ich dann etwas mehr über Land, Leute und Kultur Bescheid und habe viele Fotos gesehen, aber so wirklich konnte ich mir Chile nicht vorstellen. Das war mein erster Trip außerhalb von Europa und hier sieht es ja überall relativ ähnlich aus.

Aber im Großen und Ganzen habe ich gedacht, dass Chile ein etwas ärmeres und heruntergekommenes Land ist. Aber das ist gar nicht so.

Ja und meine Arbeit.... Mein Arbeitsbereich nannte sich Sozialarbeit. Ich finde da kann man sich viel vorstellen, da Sozialarbeit eine große Bandbreite hat, grade in anderen Ländern. Aber im eigentlichen Sinne habe ich gedacht, dass ich mit Kindern bis zum Teenie-Alter zusammen arbeiten werde. Und dass meine Arbeit etwas mit meinen Beruflichen Werdegang zu tun hat.

Meine Zeit in Chile war einfach spitzenmäßig! Da ich ja keine genauen Vorstellungen hatte, konnte ich mir meine Illusionen nicht zerstören.
Meine Unterkunft hat mir sehr gut gefallen und einen typischen Tagesablauf gab es bei mir nicht so ganz. In den ersten Wochen, wo ich die Sprachschule besucht habe, hatte ich immer bis 13 Uhr Unterricht. Erst danach wurde mein Tagesplan individuell. In der Schule wurden viele Freizeitaktivitäten angeboten, an denen ich auch ab und zu teilnahm. Außerdem habe ich schnell viele neue Freunde aus den verschiedensten Ländern kennengelernt und mit ihnen oft etwas unternommen.

Z.B. einen Nationalpark besucht, Touristenattraktionen besichtigt, Shoppen gewesen, durchs Land gereist, viel gefeiert usw.
Als ich dann anfing zu arbeiten, hatte ich zwar jeden Tag verschiedene Arbeitszeiten, die aber jede Woche gleich waren. So konnte ich auch hier gut meine freie Zeit gestalten.

Im Zirkus habe ich mit durchschnittlich gleichaltrigen Artisten zusammengearbeitet bzw. an ihrem Unterricht teilgenommen. Weil ich früher selbst Leistungsturnen gemacht habe, konnte ich so gut meine sportlichen Erfahrungen miteinbringen. Die Artisten waren ungefähr auf demselben Niveau wie ich beim Turnen. So konnten wir unsere Erfahrungen gegenseitig austauschen. In einigen Dingen haben sie mir geholfen, in anderen ich Ihnen. Es war eine gute Zusammenarbeit.

Insgesamt habe ich während meines Aufenthaltes sehr viele neue Erfahrungen mit der Kultur und der Bevölkerung gemacht, sodass ich sie gar nicht alle aufzählen kann.
Die Chilenen legen sehr viel Wert auf die Familie und das gute Zusammenleben in ihr. Ansonsten sind die Chilenen sehr gastfreundliche Menschen, feiern gerne und sind offen für alles. Ich hatte zu den Einheimischen einen sehr guten Kontakt und auch mit der Kultur bin ich gut zurechtgekommen.

In meiner Freizeit habe ich sehr viel erlebt. Z.B. habe ich eine Stadtführung in Santiago mitgemacht, Vina besichtigt, war in einem Nationalpark, bin etwas durchs Land gereist, habe Berge erklommen, habe typisch chilenisch kochen gelernt, war im Kino, Bowlen und im Casino, habe Märkte besucht und habe sehr viele über das Land und die Kultur auf dem 200jährigen Nationalfeiertag erfahren.
Ansonsten war ich auch oft abends und am Wochenende mit meiner Gastschwester und ihren Freunden feiern. Ich habe durch sie Salsa, Reggeaton und Mambo tanzen gelernt. Ich hatte das Glück, das meine Gastschwester genauso alt war wie ich. In der Sprachschule lernte ich auch andere Leute kennen. Aber hatte leider kaum/keinen Kontakt zu anderen Teilnehmern.

Es gab sehr viele lustige, schöne und sogar peinliche Momente während meines Aufenthaltes in Chile. Aber am schönsten war für mich, dass meine Gastschwester genauso alt ist wie ich, und wir oft gemeinsam feiern konnten. Auch ihre Freunde haben mich sehr herzlich im Freundeskreis aufgenommen. Mit einigen von ihnen habe ich bis heute noch Kontakt.

Die Mitarbeiter in Deutschland waren immer erreichbar und haben bei Fragen schnell geantwortet und auch die Betreuung vor Ort war gut. Meine Ansprechpartnerin war auch immer für mich da und hat mir in vielen Dingen sehr geholfen. Es war auch gut jemanden Vorort zu haben, mit dem man sich in seiner eigenen Muttersprache unterhalten kann.

Insgesamt kann ich sagen, es war eine super Erfahrung, einen solchen Auslandsaufenthalt zu machen und ich kann es nur jedem weiterempfehlen so etwas zu tun. Ich weiß für mich, solange ich noch jung bin und die Zeit habe, werde ich es auch immer wieder machen, um viel von der Welt zu sehen.
Auch werde ich irgendwann wieder nach Chile zurückreisen, weil ich dort nun eine zweite Familie und Freunde fürs Leben gefunden habe. Ich habe noch immer regelmäßigen Kontakt zu meiner Gastfamilie, besonders zu meiner Gastschwester, die mir so ans Herz gewachsen ist, dass sie für mich wie eine weitere richtige Schwester ist.

Der Aufenthalt hat mich in verschiedenster Weise weitergebacht. Mein Weltbild hat sich verändert, aber auch der Aufenthalt hat mich verändert, natürlich zum Positiven ;-)

Ich kann nur empfehlen, dass man in der Zeit, die man da ist, so viel wie möglich sehen und erleben soll. Man weiß ja nie wann man wieder dorthin zurückkommt.
Noch ein ganz wichtiger Tipp: ihr braucht nicht im Vorfeld Geld wechseln. Der Wechselkurs in Deutschland ist sehr schlecht. Wartet lieber bis ihr in Chile angekommen seid. Frühestens wenn ihr eure Gastfamilie erreicht, braucht ihr Geld, vorher nicht."

Erfahre mehr über das Projekt, das Isabell P. so begeistert hat: Sozialarbeit mit Kindern in Chile