Unterrichten in Argentinien

"Seid mutig und bereist das Land"

  • Freiwilligenarbeit
  • Argentinien
  • 12 Wochen

Erfahrungsbericht von (20 Jahre)

03.08.2008

Saskia schrieb:

„Ich wusste nicht so wirklich, was in Argentinien auf mich warten sollte. Man macht sich vorher so seine Gedanken, stöbert durch einige Reiseführer und versucht sich ein Puzzle seiner "neuen Heimat auf Zeit" zusammenzupuzzlen.

Ich war gespannt auf die Vielfältigkeit des Landes und die so oft gelobte Gastfreundlichkeit der Argentinier. Was meine Projekte betraf war ich am meisten auf das argentinische Schulsystem und deren "Regeln" gespannt. Bei der Arbeit im Waisenheim hatte ich etwas Bedenken, dass die Kinder am Anfang etwas zurückhaltend sind und man nicht so genau weiß, wie man auf sie zugehen soll.

Meine Projekte waren sehr schön, aber anders als ich dachte. Ich hatte mir schon vorgestellt, dass das Schulsystem im Gegensatz zu Deutschland gravierend anders ist, aber ich fand es erschreckend, dass wirklich so gut wie keine Mittel des Staates für die Schulen da sind. In Deutschland wäre so etwas undenkbar, aber die argentinischen Lehrer müssen ihre Lehrbücher selbst schreiben und gestalten.

Meine Bedenken im Voraus waren jedoch in beiden Projekten unbegründet, denn die Kinder stürmen sofort auf einen zu, wollen auf den Arm genommen werden und alles über einen wissen.

Während meines Projektes in der Grundschule hatte ich eine Viertageswoche. In Argentinien ist die Grundschule nach turnos unterteilt und so hatte ich zwei Tage die Woche vormittags und zwei Tage nachmittags Schule. Wenn ich nachmittags arbeiten musste, habe ich meistens etwas länger geschlafen und dann in Ruhe gefrühstückt und ein kleines Pläuschchen mit meinen Mitbewohnern gehalten, denn bei zehn Leuten ist immer jemand da:-)

Ansonsten haben wir nachmittags meistens etwas unternommen...in Argentinien wird einem nie langweilig:-)

Ich muss sagen, der Freiwilligendienst hat mir wahnsinnig viel geholfen. Ich habe von meinem Auslandsaufenthalt sehr viel profitiert und sehe die Welt nun mit ganz anderen Augen! Ich bin um einiges selbstständiger geworden und betrachte viele Dinge in meiner Umgebung sehr viel kritischer.

Es hat sich für mich bestätigt, dass die Argentinier ein sehr offenes und gastfreundliches Volk sind. Ich habe mit verschiedenen Altersgruppen der Einheimischen Kontakt gehabt und durchweg nur positives erfahren. Wir hatten nette Abende mit den Einheimischen und wurden dadurch in die Tradition Argentiniens eingeführt, ganz oben auf der Liste steht natürlich das traditionelle Asado, wobei die Zubereitung streng der Hand des Mannes unterliegtJ.

Argentinien bietet eine Vielfältigkeit an verschiedenen Vegetationen, wie man es glaube ich in fast keinem anderen Land erfahren und erleben kann. Jede freie Minute, die uns blieb, haben wir zum Erkunden des Landes genutzt, haben jede Himmelsrichtung bereist, sei es die Hauptstadt Buenos Aires mit dem berühmten Tango, Patagonien und das Whale-Watching oder in den Süden nach Salta mit den grandiosen "salinas grandes" - der größten Salzwüste!

Eigentlich kann man keinen Moment so richtig hervorheben, da jeder Moment und Augenblick besonderen und einfach nur zum Genießen war, wobei der letzte Ausflug nach Salta nochmal etwas ganz besonderes war, da man nochmal so richtig das Gefühl Argentiniens erleben konnte und auch schon einen Einfluss Boliviens spüren konnte und man mit Situationen konfrontiert wurde, die einen sehr beschäftigten, da man so oft, wie nirgends anders von kleinen Kulleraugen angeschaut wurde, die betteln mussten, da fällt es einem schon sehr schwer nein zu sagen und man muss zugeben - es gelingt einem auch nicht immer.

Meine Vorbereitung war gut. Mir hat sehr gut gefallen, dass Mails und auch Anrufe immer sofort beantwortet wurden und alle Fragen Gehör fanden.

Auch vor Ort war die Betreuung gut. Wenn man eine Frage hatte, wusste man immer, Sara oder Ana sind erreichbar. Sie haben ihr bestmöglichstes versucht um allen Fragen und Belangen gerecht zu werden und man wusste ihre Bemühungen zu schätzen.

Nachdem wir montags den Sprachtest in der Sprachschule gemacht haben, fuhren wir gemeinsam mit unseren Lehrern in die Stadt und wurden gleich in die Tücken des Busfahrens und vor allem das Finden der Haltestellen eingeweiht und auch der Geldtausch und vor allem dem Handykauf standen sie uns mit Rat und Tat zur Seite.

Ich würde jeder Zeit wieder diesen Schritt nach Argentinien wagen. Meine Entscheidung nach dem Abi erst einmal ins Ausland zu gehen, habe ich auf keinen Fall bereut, im Gegenteil, die sechs Monate vergingen viel zu schnell und ich wollte die Zeit immer etwas zurück drehen oder festhalten, damit sie nicht so schnell vergeht.

Meine Tipps für euch: Seid mutig und bereist das Land. Vor meinem Aufenthalt in Argentinien wäre ich auch niemals so mutig und spontan gewesen, einfach nur eine Busreise zu buchen ohne Hostel und ohne richtigen Plan, aber diese Reisen waren am besten, da man vor Ort so viele Möglichkeiten gibt! Traut euch einfach, ihr werdet es nicht bereuen!“

Erfahre mehr über das Projekt, das Saskia V. so begeistert hat: Unterrichten in Argentinien