Unterrichten in Argentinien

"Offen sein für Neues und Anderes, dann läuft das schon."

  • Freiwilligenarbeit
  • Argentinien
  • 8 Wochen

Erfahrungsbericht von

17.02.2011

Philipp schrieb:

"Ich ging eigentlich ohne Erwartungen an die Reise und ließ mich mehr oder weniger überraschen. Über das Land selber wusste ich natürlich einige Dinge, wie die Fußballverrücktheit der Argentinier, was ja auch ein Grund für mich war dort hinzureisen.

Über das Projekt habe ich mir keine großen Gedanken gemacht, da ich für alles offen war/bin.So war ich sehr gespannt und freute mich auf den Projektbeginn.

Meine Zeit im Programm war sehr schön, aber doch anders als ich dachte. Ich hätte nämlich nie gedacht, dass das Land so viel an Naturvielfalten und wunderbaren Landschaften verfügt. Auch die Menschen waren äußerst hilfsbereit und nett.

Die ersten vier Wochen hatte ich ja Sprachkurs von 9 Uhr bis 13 Uhr. Danach ist man gemeinsam in das Haus gegangen und hat sich was gekocht. Später dann verschiedenes unternommen: im Haus geblieben, durch die Stadt geschlendert, Gebäude (Kirchen, Museen) angeschaut...jeden Tag hat man etwas anderes gemacht. Nach dem Sprachkurs war ich dann vier Wochen im Projekt, dass für mich um halb fünf mit der 45 minütigen Busfahrt nach Villa Allende losging. Dort arbeitet ich dann meistens bis 20:30 Uhr und fuhr dann wieder mit dem Bus zurück. Dann war der Tag auch schon rum :)

Ich habe zuvor noch nie mit Kindern gearbeitet, was mir in Argentinien sehr viel Spaß gemacht hat. Man nimmt Erfahrungen für sich selbst und für das alltägliche Leben mit und in dieser Arbeit jetzt nicht unbedingt für einen bestimmten Beruf. Jedoch weiß man wie es ist mit Kindern zu arbeiten.

Einen Kulturschock habe ich nicht erlebt :D jedoch sind die argentinischen Menschen (jedenfalls die, die ich kennenlernen durfte ) äußerst nett und hilfsbereit. Ich bin super mit ihnen ausgekommen. Natürlich sieht man auch andere Dinge, die es in Deutschland auf diese Weise nicht gibt, wie die Armut und heruntergekommenen Häuser ein wenig außerhalb des Zentrums.

Aber auch die gemütliche Einstellung der Argentinier war für mich neu. Wie zum Beispiel keine Busfahrpläne, man wusste nie wann ein Bus kommt. Was für mich jedoch kein Problem darstellte.

Jedes Wochenende haben wir uns zu einer Gruppe zusammengeschlossen, mal 4 Leute oder mal 10 Leute und haben einen Ausflug gemacht mit dem Bus in der Gegend um Cordoba. War ein verlängertes Wochenende bzw ein Feiertag hat man das natürlich genutzt und ist weiter weg gereist. Abends hat man gemeinsam gegrillt oder ist zusammen ausgegangen.

Schöne Momente habe ich viele erlebt. Spontan fällt mir eine lustige Geschichte ein. Als wir einen Ausflug unternahmen und wieder zurück wollten, warteten wir auf den Bus. Jedoch fuhr einer nach dem anderen an uns vorbei. Wir schrien und winkten doch kein Erfolg. Um uns herum zog ein riesiges Gewitter auf. Die Mädchen bekamen schon ein wenig Panik und kälter wurde es auch. Alle waren natürlich sommerlich angezogen :). Immer noch fuhr ein Bus nach dem anderen vorbei. Bis ein netter Argentinier anhielt und fragte wo wir hinwollen. So fuhr er uns zur nächsten, richtigen Bushaltestelle und wir konnten ohne Probleme den nächsten Bus nehmen. :)

Die Erreichbarkeit von Praktikawelten fand ich gut. Ich konnte stetigen E-Mail Kontakt halten und meine Fragen wurden immer zeitnah beantwortet,was mir gefallen hat.

Alles in allem war ich sehr begeistert von meiner Zeit in Argentinien und es hat mir auch eine andere Sicht auf bestimmte Dinge gegeben. Mich selbst denke ich, hat es weitergebracht, da ich längere Zeit auf mich allein gestellt war und allein für mich verantwortlich war.

Was für mich wichtig war bzw. überhaupt wichtig ist, dass man offen und ohne zu hohe Erwartungen die Reise eintritt und sich vorher klar macht, was auf einen zukommen kann und sich gedanklich auf das "Abenteuer" vorbereitet um so Überraschungen und Enttäuschungen aus dem Weg zu gehen. Offen sein für Neues und Anderes, dann läuft das schon. :)"

Erfahre mehr über das Projekt, das Philipp J. so begeistert hat: Unterrichten in Argentinien