Unterrichten in Argentinien

"Gott, ich war so aufgeregt - aber es war einfach nur GUT!!!!"

  • Freiwilligenarbeit
  • Argentinien
  • 10 Wochen

Erfahrungsbericht von

12.10.2008

Denise schrieb:

"Ehrlich gesagt hatte ich überhaupt keine Vorstellungen von Argentinien, genauso wenig, wie von dem Projekt an sich. Ich hatte vorher nie daran gedacht nach Südamerika zu gehen, geschweige denn an einem Projekt teilzunehmen, das mit Unterrichten zu tun hat.

Aber beim Durchlesen eurer Angebote war ich so begeistert und habe so viel mehr ganz spontan beschlossen das einfach auszuprobieren, weil ich auch gerne etwas Soziales mit Kindern machen wollte und ich auch hier schon Nachhilfe gegeben habe und das eigentlich echt gut fand. Natürlich hab ich auch gezögert - so ein komplett fremdes Land und dann auch noch spanisch...Ich hatte also, wie gesagt, überhaupt keine Idee, was mich erwartet.

Ich wusste nicht, ob ich mich vorbereiten sollte auf Unterrichtsstunden oder es einfach abwarten sollte. Am Ende hatte ich dann gar keine Zeit irgendwas zu organisieren, hab einfach gehofft, es würde irgendwie gehen und bin los geflogen. Gott, ich war so aufgeregt - aber es war einfach nur GUT!!!!

Es war einfach perfekt! ALLES!!!

Erst mal hatte ich eine super Gastfamilie, also eigentlich eine total coole und so nette 'Gastoma', bei der ich mitten im Zentrum von Córdoba gewohnt habe und mit der ich mich so gut verstanden habe. Dann hat mir der Sprachunterricht sehr gut gefallen - die Lehrerinnen waren total nett und auch das, was wir gemacht haben, war hilfreich und hat Spaß gemacht.

Durch die Sprachschule und die Organisation habe ich natürlich auch echt viele andere Teilnehmer kennengelernt, mit denen ich mich so schnell richtig gut angefreundet und von Anfang an ganz viel unternommen habe.

Die Stadt an sich hat mir auch immer besser gefallen, das Essen war super, ...

Aber am allerallerbesten waren einfach die Menschen dort. Ich habe noch nie solche Leute getroffen. Alle sind so herzlich und offen und locker und unkompliziert - das ist der Wahnsinn. Ich hab mich so unendlich wohl gefühlt dort. Das hätte ich mir nie vorstellen können!!!

Nachdem ich einen Monat lang an dem Sprachkurs teilgenommen hatte, hat mein Projekt in der Schule angefangen. Ich kam auf eine katholische Grundschule und wurde dort einer 1. Klasse zugewiesen, in der ich vor allem für zwei bestimmte Schüler zuständig war, die Schwierigkeiten im Unterricht hatten. Ihnen habe ich dann speziell bei den Aufgaben geholfen, Dinge nochmal erklärt und alleine mit ihnen geübt, wenn die anderen wieder zu schnell waren. Und sonst eben auch versucht, den anderen zu helfen und die Lehrerin so gut es ging dabei zu unterstützen, 33 sechsjährige, aufgeregte Kinder einigermaßen unter Kontrolle zu halten... Und das hat mir wirklich richtig gut gefallen. Es war so schön zu sehen, wie die zwei Schüler Fortschritte machten und wie auch sie sich dann darüber gefreut haben. 

Und es war einfach so schön mit den kleinen Kindern, die so goldig und anhänglich und begeisterungsfähig sind. Wir haben zusammen gebastelt und gesungen und sind in der Pause auf dem Hof rumgerannt (bei 40°C im Schatten :) ...   Und sie haben mir so viel erzählt. Am Anfang hab ich fast gar nichts verstanden, wenn alle durcheinander geredet haben, aber es wurde immer besser.

Auch mit den anderen Lehrerinnen und der Direktorin habe ich mich sehr gut verstanden und sie haben mir ganz viel erklärt und gezeigt.

Die Arbeitszeiten waren auch sehr gut. Die 1.- 3. Klassen haben immer nachmittags Unterricht, sodass ich den Vormittag und den Abend und das Wochenende frei hatte. Das war wirklich perfekt.

Zuerst einmal hab ich das erste Mal mit so vielen Kindern zu tun gehabt. Und es war manchmal gar nicht so leicht, allen gleichzeitig zuzuhören und sich mit allen zu beschäftigen.

Für mein Spanisch hat mir diese Zeit sehr viel weitergeholfen, ich hab unglaublich viel Neues gelernt, habe aber auch gesehen, dass ich damit zurechtkomme und mich verständigen kann - was ich vorher nicht gedacht hätte.

Aber die wichtigste und vielleicht auch schönste Erfahrung war, wirklich zu sehen, was man bei den Kindern bewirken konnte, wenn man sich Zeit für sie genommen und sich intensiv mit ihnen beschäftigt hat.

Mit den anderen Freiwilligen und auch den Argentiniern bin ich sehr gut zurechtgekommen. Allein schon durch meine Gastmutter habe ich das argentinische Familienleben z.B. bei Feiern richtig miterleben können (wie alle durcheinander reden, ...) und auch einige ältere Menschen kennengelernt - ich war wirklich beeindruckt: die sind noch so fit und aktiv und so jung geblieben.

Dann haben wir auch viele junge Argentinier kennengelernt. Das war so leicht und echt toll! Man wurde ganz schnell angesprochen und eingeladen und so haben wir öfter mit ihnen gegrillt, Mate getrunken oder waren tanzen. Es wird einem wirklich sehr einfach gemacht - die sind so offen und kontaktfreudig, gehen unglaublich auf andere zu - man muss sich nur drauf einlassen. (Das hat mir wirklich sehr gut gefallen und war so ganz anders, als das, was ich von Deutschland her kannte.)

Abgesehen davon hatte ich auch noch das Glück, dass wir uns (nach einem Reitausflug) mit Gauchos angefreundet haben und so natürlich noch eine ganz andere Welt, ein komplett anderes Leben kennenlernen durften.

In meiner Freizeit habe ich mich oft mit anderen Freiwilligen in der Stadt, im Park oder bei ihnen im Freiwilligenhaus getroffen, wenn ich nicht gerade auf dem Balkon in der Sonne saß (und den Sommer genossen habe). Abends waren wir ab und zu weg (in einem der unzähligen Clubs im Studentenviertel), haben "Asados" (Gegrilltes) gemacht oder waren auch mal im Kino. Außerdem habe ich einen Tango-Kurs ausprobiert.

Wenn genügend Zeit war, haben wir auch oft Ausflüge in die Umgebung gemacht - mit dem Bussystem dort hat das alles wunderbar funktioniert. Die Busse sind total bequem und man sieht so viel von der wunderschönen Landschaft - man kommt wirklich total unkompliziert und billig überall hin.

Und zweimal sind wir sogar für ein paar Tage verreist: nach Iguazú, zu den beeindruckenden, riesengroßen Wasserfällen, und dann in den Norden nach Salta, zu den farbigen Felsen, Salzwüste, kleine Dörfchen, ... Das Land ist so unglaublich schön!!!

Mit eines der schönsten Dinge war, nachts in der absoluten Pampa unter einem gigantischen Sternenhimmel auszureiten. Ein anderer schöner Moment war, mit einem Boot unter den "Iguazú-Wasserfällen" durchzufahren - das war der Wahnsinn!!

Ich war sehr zufrieden mit der Organisation durch Praktikawelten. Vor allem, da ich mich so spontan zu dem Projekt entschieden hatte, war ich überhaupt nicht sicher, was mich erwartet - aber die Mitarbeiter haben mich sehr ermutigt, mir so viele positive, auch eigene Erfahrungen erzählt und alle meine Fragen so gut es ging, beantwortet. Und es war wirklich toll, dass das Ganze noch so kurzfristig organisiert werden konnte und doch noch alles geklappt hat!!

Die Sprachschule in Argentinien war, wie gesagt, super und auch das Programm, das immer wieder angeboten wurde (wie zum Beispiel Kurzreisen oder Ausflüge, ...) hat mir sehr gut gefallen. Die Einführung war recht gut. Wir sind alle zusammen in die Stadt gefahren und haben die Bushaltestelle und die wichtigsten Dinge im Zentrum gezeigt bekommen.

Einen Auslandsaufenthalt in Argentinien zu machen war die allerbeste Entscheidung, die ich hätte treffen können - ich hatte dort wirklich eine absolut unbeschreiblich tolle Zeit, die ich nie wieder vergessen werde!!!!! Und JA, der Aufenthalt hat mich sehr viel weitergebracht. Nicht nur was mein Projekt und den Umgang mit den Kindern betrifft, sondern auch generell. Ich hab so viel Neues gelernt und so tolle Menschen getroffen ... ich möchte unbedingt wieder zurück!!!

Geht hin, lernt es kennen - es ist der Hammer!!!

Und, wie gesagt, man muss sich auf das Leben und die Menschen einlassen, sonst ist es nur halb so schön!"

Erfahre mehr über das Projekt, das Denise N. so begeistert hat: Unterrichten in Argentinien