Sozialarbeit mit Kindern in Argentinien

"das Sprichwort "ein Argentinier verdient 1 Peso und gibt 2 Pesos aus" trifft voll zu"

  • Freiwilligenarbeit
  • Argentinien
  • 7 Wochen

Erfahrungsbericht von

29.12.2012

Annika schrieb:

"Argentinien habe ich mir als ein riesiges Land mit ganz viel Landschaft vorgestellt, mit einer liebenswürdigen und offenen Bevölkerung und einer unvergesslichen Kultur. Unter meiner Arbeit habe ich mir einen Kindergarten in einer evtl. ärmlicheren Gegend vorgestellt, in dem ich die Erzieherinnen bei ihrer Arbeit unterstützen kann.

Als ich dann in Argentinien angekommen bin, war es  genau nach meinen Vorstellungen. :-)

Die Zeit während meines Projektes hat mir super gefallen. Ich habe mich von den Leuten im Kindergarten gleich aufgenommen gefühlt und hatte auch das Gefühl, dass ich ihnen ein wenig Arbeit abnehmen konnte. Auch mit den Kindern bin ich sehr gut klar gekommen. Ich konnte morgens beim Frühstück mithelfen, danach mit den Kleinen ein wenig spielen, basteln und lernen und am Mittag die Erzieherinnen beim gemeinsamen Mittagessen unterstützen. Ich hatte während meiner Zeit im Kindergarten nie das Gefühl, dass ich stören würde oder ähnliches.

Um 8.45Uhr hat ein typischer Tag im Kindergarten begonnen. Zuerst haben wir immer den Raum hergerichtet und ab 9 Uhr kamen dann immer die ersten Kinder. Zwischen 9.45 Uhr und 10 Uhr wurde dann immer gefrühstückt. Danach hatten die Kinder Zeit ein wenig zu spielen. In dieser Zeit habe ich meistens kurz die Überreste vom Frühstück aufgekehrt und dann zusammen mit den Kindern gespielt. Nach dem Spielen haben wir dann immer die argentinische Flagge gelobt, ein paar Lieder gesungen und den Tag, das Datum und das Wetter besprochen.

Danach wurde entweder gebastelt oder bei schönem Wetter in dem Innenhof gespielt. Um ca. 11.30Uhr gab es dann Mittagessen. Ich musste den Kindern beim Essen helfen und danach durfte ich selber essen. Um 12Uhr kamen dann die Mütter um  ihre Kinder abzuholen. Nachdem wir den Raum aufgeräumt hatten war mein Tag dann auch schon zu ende.

Auch mit der Betreuung von Praktikawelten war ich zufrieden. Die Informationen und auch die Organisation durch die Mitarbeiter von Praktikawelten in Deutschland haben mir gut gefallen. Sie haben schnell und konkret auf meine Antworten geantwortet, waren immer erreichbar und etwaige Probleme wurden schnell gelöst. Auch mit dem Material, was ich vor meiner Abreise bekommen habe (Reise1x1,etc.) war ich sehr zufrieden.

Ich habe viele neue und tolle Erfahrungen sammeln können.  Während meinem Projekt wurde mir klar, dass man auch mit wenig glücklich und zufrieden sein kann. Des Weiteren habe ich gelernt viel geduldiger zu sein und mich an fremde Dinge anzupassen.

Die argentinische Kultur hat mir sehr gefallen. Die Menschen dort sind viel offener und freundlicher als wir Deutschen. Sie laden einen gerne ein, haben gerne Kontakt mit anderen Menschen und berühren sich gegenseitig viel mehr. Unter ihnen herrscht nicht so eine Distanz wie bei uns. Außerdem freuen sie sich viel mehr über Kleinigkeiten. Auch ihre Arbeitseinstellung ist total anders als unsere. Sie sehen alles viel lockerer und machen sich nicht so viel Stress wie wir. Auch das Sprichwort "ein Argentinier verdient 1Peso und gibt 2Pesos aus" trifft voll und ganz auf sie zu. Ich habe mich in Argentinien immer wohl und aufgenommen gefühlt, wie in einer großen Familie.

Meine Freizeit in Argentinien sah so aus, dass ich mich nach meiner Arbeit  oft mit anderen Praktikawelten-Teilnehmern getroffen habe. Wir haben dann meistens Cordoba und Umgebung erkundet. Zum Beispiel sind wir in den Zoo und in Museen gegangen. Oder wir haben einfach nur einen Kaffee getrunken und unsere neugewonnenen Erfahrungen ausgetauscht. Abends saß ich dann immer Stunden mit meiner Gastfamilie zusammen. Wir haben geredet, Fernsehen geschaut und dann zusammen zu Abend gegessen. An den Wochenenden sind wir meistens gereist oder abends ausgegangen. Durch unsere Club-Bekanntschaften haben wir dann ziemlich schnell Anschluss an die Bevölkerung gefunden :).

Einer meiner schönsten Momente war, als ich von den Kindern als Mitglied ihres Kindergartens anerkannt wurde. Ein weiterer toller Moment war, als ich die Kinder verstehen konnte und mich mit ihnen unterhalten konnte. Da es noch viel mehr schöne und tolle Momente während meines Aufenthaltes gab (diese kann ich hier gar nicht alle auflisten), kann ich sagen, dass der Aufenthalt im allgemeinen SUPER war!

Für mich war die Entscheidung diesen Auslandsaufenthalt zu machen perfekt. Ich wusste, dass ich meine Zeit sinnvoll nutze, habe eine fremde Kultur und viele neue Freunde kennengelernt. Außerdem konnte ich meine Sprachkenntnisse verbessern. Somit kann ich sagen, dass mich dieser Aufenthalt auf jeden Fall weitergebracht hat :).

Mein Tipp an alle zukünftigen Argentinien-Abenteurer:
Lasst den Europäer in euch wirklich in Deutschland und versucht euch in Argentinien so gut wie es geht anzupassen :). Da die Menschen dort kaum oder gar kein Englisch reden oder verstehen versucht so schnell und so gut wie möglich Spanisch zu lernen und euch zu unterhalten."

Erfahre mehr über das Projekt, das Annika F. so begeistert hat: Sozialarbeit mit Kindern in Argentinien