Reittherapie in Argentinien

"Ich hab mich sehr gut aufgehoben und dadurch auch sicher gefühlt."

  • Freiwilligenarbeit
  • Argentinien
  • 4 Wochen

Erfahrungsbericht von

21.06.2016

Laura schrieb:

"Der Arbeitsablauf war anders als in Deutschland, viel entspannter, aber damit hab ich gerechnet und das war auch sehr angenehm, weil man dann am Anfang Zeit hatte, sich einzufügen und nicht gleich von Arbeit, neuen Leuten und Eindrücken zusammen überfahren wurde.

Ich hab auf Wunsch schon relativ früh angefangen zu arbeiten, zwischen 07:00 Uhr und 08:00 Uhr morgens. Ich bin mit dem Bus zum Projekt rausgefahren, hab als erstes die Pferde versorgt und Stallarbeiten erledigt, und dann mit den Mitarbeitern auf die Kinder für die Therapie gewartet.

Wenn Kinder gekommen sind, hab ich die Pferde gesattelt und dann während der Therapie herumgeführt und mich mit Kindern und Eltern unterhalten. Meistens bin ich dann im frühen Nachmittag, gegen 14:30 Uhr zurück in meine WG gefahren und hatte dann den restlichen Tag frei.

Die Kinder hatten alle ganz unterschiedliche Einschränkungen, von daher musste man sich schnell auf neue Situationen einstellen können. Abgesehen von neuem Wissen über Behinderungen und Krankheitsbilder konnte ich also diese Flexibilität für mich mitnehmen. Ich hab schon am Flughafen mitbekommen, das die Argentinier ein unglaublich freundliches und hilfsbereites Volk sind. Ich habe ausschließlich sehr, sehr positive Erfahrungen gemacht. Die Leute kümmern sich um dich, interessieren sich für dich, und sind sehr hilfsbereit, wenn man zum Beispiel etwas nicht versteht oder nach dem Weg fragen möchte. Sie freuen sich, wenn man sich für ihre Kultur, Sprache und das Land interessiert und sind sehr aufgeschlossen.

Ich hab in meiner Freizeit viel mit den Leuten aus meiner WG unternommen: Stadtbummel, gemeinsames Kochen, Weggehen am Abend, WG-Partys, Sport, kleine Ausflüge in die Umgebung von Córdoba, Aktivitäten mit der Sprachschule, Salsa tanzen und natürlich größere Ausflüge, zum Beispiel nach Salta, Mendoza oder Iguazu.

Einer der schönsten Tage war gleich in meiner ersten Woche, als wir einen von der Sprachschule organisierten Ausritt in den Sierras gemacht haben.

Zum einen absoluten Favoriten zählt natürlich auch der Ausflug nach Iguazu, bei der Organisation hat uns die Sprachschule auch sehr geholfen. Ich war einen Tag lang auf der brasilianischen Seite des Nationalparks, einen Tag lang auf der argentinischen und am letzten Tag haben wir noch einen Ausflug zu den Ruinen von San Ignacio gemacht. Die schönsten Momente waren aber immer gemeinsame Abende in der WG; der Hausbesitzer, hat Asados für uns gemacht und wir sind ewig auf der Dachterrasse zusammengesessen. Auch die Abschiedsfeier, die sie für mich organisiert haben, war wirklich toll, sie haben mir den Abschied sehr schwer gemacht.

Ich hab mich sehr gut aufgehoben und dadurch auch sicher gefühlt. Ich hab alle Informationen bekommen, die ich gebraucht habe.

Die Sprachschule und deren Mitarbeiter vor Ort geben sich unglaublich viel Mühe, dass alles in Ordnung ist und jeder auf seine Kosten kommt! Alles ist gut organisiert und läuft reibungslos ab, der Unterricht, die Aktivitäten und die Ausflüge.

Ich hab unglaublich viel dazugelernt, natürlich Spanisch und die argentinische Kultur und Lebensweise, aber auch Eigenschaften wie Selbständigkeit, Flexibilität, Teamfähigkeit, Organisation und solche Sachen. Das war eine sehr wertvolle Erfahrung, die ich jedem nur empfehlen kann.

Mein Tipp:
Man kann dort zu günstigeren Konditionen Euro in Pesos tauschen als in Deutschland; man sollte aufgeschlossen sein und neugierig auf die fremde Kultur zugehen, nicht mit einer typisch "europäischen" Haltung: Man kann ohne Bedenken nach dem Weg fragen, die Leute sind alle sehr freundlich: Und man sollte keine kurzen Hosen anziehen, das gilt angeblich als ein Zeichen von Armut."

Erfahre mehr über das Projekt, das Laura K. so begeistert hat: Reittherapie in Argentinien