Humanmedizin in Argentinien

"Ich habe wunderbare Menschen kennengelernt und ein unglaubliches Land bereist."

  • Freiwilligenarbeit
  • Argentinien
  • 12 Wochen

Erfahrungsbericht von

28.08.2009

Lea Philine schrieb:

"Ich konnte mir kaum etwas unter dem Land vorstellen, ich hatte so unterschiedliche Sachen gehört: "Sei vorsichtig, Südamerika ist gefährlich!" und auch: "Argentinien ist ein so wunderschönes Land, du wirst es lieben!". Wieder andere haben gesagt: "Argentinien ist eigentlich wie hier."

Also habe ich mir kaum Vorstellung gemacht, sondern habe alles einfach auf mich zukommen lassen. Ich wusste nur, dass es ganz anders sein wird als alles, was ich mir ausmalen würde.

Die Zeit während meines Programms war sehr schön.

Es ging mir sehr gut in dem Projekt im Krankenhaus. Ich habe viel zugeschaut, durfte aber auch selbst mitarbeiten. Ich wurde in alles mit einbezogen und gehörte schon nach kurzer Zeit zu der "Krankenhaus-Familie". Mit den Ärzten und Krankenschwestern habe ich mich gut verstanden und auch mit den Patienten kam ich sehr gut zurecht.

Ich bin morgens um 7:00 Uhr aufgestanden, um den Bus um 8:00 Uhr zu nehmen. Mit dem Bus musste ich eine Stunde zu meinem Projekt fahren, das außerhalb von Córdoba lag, was ich nicht so schlimm fand, da die Busfahrt komfortabel war und ich mich sehr gut mit dem Busfahrer verstanden habe.

Im Krankenhaus habe ich entweder mit dem zuständigen Arzt oder der Krankenschwester gearbeitet, je nachdem was zu tun war. Ich war bei Patientengesprächen dabei und habe diese irgendwann sogar selbst geführt, habe Blutdruck gemessen oder Krankenblätter ausgefüllt.

Wenn wir einen Notfall hatten, durfte ich mit dem Krankenwagen mitfahren und konnte dann richtig mit anpacken.

Während der Arbeit im Dispensario habe ich den Umgang mit Patienten kennengelernt und habe gemerkt, dass ich mit meinem Wunsch, Medizin zu studieren, richtig liege.

Es war nicht immer leicht, dort als Praktikantin mitzuarbeiten, aber ich habe gelernt, dass ich alles schaffen kann und das ist ein riesiger Erfolg.

Bevor ich nach Argentinien kam, war mir nicht bewusst, was es heißt in einem Land zu leben, in dem die Politik und die Wirtschaft nicht immer stabil sind. Im Alltag dort merkt man erst, welche Folgen die zahlreichen Militärdiktaturen und die ungewisse Lage des Landes auf die Menschen, die Kultur und das Zusammenleben haben. Umso faszinierender finde ich, was für positive Eigenschaften sich daraus entwickeln können: Argentinier sind unglaublich hilfsbereit, offen und herzlich. Außerdem sind sie spontan und unvoreingenommen. Ihre Kultur lebt von Zusammenhalt und davon, dass Dinge wichtig werden, die für uns banal scheinen, wie ein Schutzpatron oder Heiliger. Wenn man aber nach dem Grund dafür sucht, dann fängt man an, das Land und ihre Bewohner zu verstehen.

Mein Kontakt zu anderen Teilnehmern war hervorragend und meine Unterkunft hat mir sehr gut gefallen.

Ich habe mit anderen Teilnehmern zu acht in einer Wohnung gewohnt, was uns zu einer kleinen Ersatzfamilie gemacht hat. Wir haben alles zusammen unternommen, abends haben wir viel zusammen gekocht, Spiele gespielt oder Asados (Grillabende) auf unserer Terrasse veranstaltet. Manchmal sind wir auch Essen gegangen oder haben uns in einer Bar getroffen. Ab und zu waren wir im Kino. Am Wochenende war immer etwas los. Entweder sind wir über ein langes Wochenende verreist und haben das Land entdeckt oder aber wir waren zu Hause, sind in nahe gelegene Orte zum Schwimmen gefahren und abends auf die Feria (einen Handwerksmarkt) gegangen.

Für mich waren die Reisen die schönsten Momente. Dort habe ich Dinge gesehen, die ich noch nie zuvor gesehen habe. Aber auch die Fahrten im Krankenwagen waren für mich kleine Abenteuer und damit Highlights im Projekt.

Mit meiner WG hatte ich Tausende dieser lustigen und schönen Momente, ich könnte kaum sagen, welcher davon der Beste war.

Die Anfragen per E-Mail und auch die Reiseunterlagen von Praktikawelten waren sehr gut.

Die Vorbereitung auf die Reise und die Betreuung bevor ich ins Flugzeug stieg waren super. Ich brauchte mich selbst kaum um etwas zu kümmern und musste mir keine Sorgen machen.

Die Betreuung während meines Aufenthaltes durch das Team vor Ort war klasse und genau so wie ich es erwartet hatte.

Die Lehrer der Sprachschule waren sehr engagiert, haben uns bei allem geholfen und waren offen für Kritik und Probleme. Es war allen wichtig, dass wir Rückmeldung geben und sie waren immer zu erreichen. Am ersten Tag des Projektes wurden wir zu unserer Arbeitsstelle hingefahren und während der gesamten Zeit gut betreut.

Mein Fazit:

Ich würde einen Auslandsaufenthalt jedem empfehlen, besonders in einem Land, das wirklich völlig fremd ist. Für mich war es sicher das Schwerste, das ich je in meinem Leben gemacht habe. Aber umso schöner ist es, wenn man anfängt, die Sprache zu sprechen und Menschen mit ihrer Kultur kennen und lieben zu lernen. Ich habe wunderbare Menschen kennengelernt und ein unglaubliches Land bereist und bewohnt. Es war das Schönste was ich je gemacht habe.

Meine Tipps:

Man muss offen sein und zwar allem gegenüber, Menschen, Essen, Kultur und auch dem Alltag."

 

Erfahre mehr über das Projekt, das Lea Philine B. so begeistert hat: Humanmedizin in Argentinien