Humanmedizin in Argentinien

"Mein Praktikum war richtungsweisend für mein Medizinstudium"

  • Freiwilligenarbeit
  • Argentinien
  • 24 Wochen

Erfahrungsbericht von

18.06.2012

Ali schrieb:

"Vor der Reise hatte ich mir vorgestellt, dass ich typische Pflegearbeit machen würde, ähnlich wie beim Pflegepraktikum im Medizinstudium, sprich Blutabnahme, Kontrollen, usw. Argentinien habe ich mir von der Kultur und vom Flair ähnlich wie Spanien oder Italien vorgestellt.

Die Zeit in Argentinien war sehr schön, jedoch anders als ich es mir vorgestellt habe.

Ich dachte mir erst, dass es hauptsächlich um das Praktikum geht, aber es ging um so viel mehr. Ich habe dort unglaublich tolle Menschen kennengelernt, bin rumgereist, hab in ungewöhnlich kurzer Zeit eine neue Sprache gelernt. So hab mich voll und ganz in die Gesellschaft integrieren können. Ich hab dort in einem Fußballverein gespielt, dies kam dadurch, dass ich einige Türsteher und Clubbesitzer kennengelernt habe. Zudem bin ich dann in die meisten Clubs umsonst rein gekommen und hatte einfach eine unglaubliche Zeit ohne jegliche Probleme, mit Spaß und Freude an jedem einzelnen Tag.

In meinem Alltag dort gab es zum Glück keinen typischen Tagesablauf, denn jeder Tag hat etwas neues gebracht. Es gab zwar feste Termine, wie z.B. die Arbeitszeiten oder die Sprachschulstunden, jedoch lebte ich mit so vielen unterschiedlichen, interessanten Menschen zusammen, dass ich jeden Tag aufs neue spontan was erlebt hab, sei es nur ein Bummel durch die Stadt mit 2 durchgeknallten Franzosen oder ein Zoobesuch mit einer affenverrückten Argentinierin.

Mein humanmedizinisches Praktikum war genial, ich habe dort unglaublich viele Ärzte kennengelernt, die mich beinahe jeden 3- 4. Tag in eine andere Klinik mitgenommen und sich dort um mich gekümmert haben. Dabei waren sie stets bedacht, dass ich auch selbst Hand anlege. Meiner Meinung nach hab ich innerhalb meines 4-monatigen Praktikums alles gesehen was man sehen und erleben sollte um sich zu 100% sicher zu sein, dass das humanmedizinische Studium für einen das richtige ist. Aufgrund dieser Erfahrungen muss ich sagen, dass  ich umso sicherer bin, dass ich das richtige Studium gewählt hab. Meiner Meinung nach sollte jeder, der Interesse an Medizin hat, vorher ein solches Praktikum mitmachen, denn Medizin ist ein hartes Pflaster. Man sollte schon genau wissen, ob man damit umgehen kann, wenn ein Patient stirbt, jemand innerhalb der OP aufgeschnitten wird oder jemand die Nachricht bekommt, dass seine Krebserkrankung in einem unaufhaltbaren Stadium ist.

Meine Unterkunft hat mir sehr gut gefallen. Durch die zentrale Lage, in der auch viele andere Praktikanten gewohnt haben konnte ich sehr schnell neue Bekanntschaften schließen. Natürlich habe ich aber auch zu den Einheimischen ein gutes Verhältnis gehabt. Dadurch, dass ich wirklich viel Zeit mit Einheimischen verbracht habe waren diese so aufgeschlossen mir gegenüber, dass sie mir an meinen freien Tagen sehr viel von dem schönen Land Argentinien gezeigt haben.

Ich muss sagen, die Argentinier sind den Europäern sehr ähnlich. Von der Art her eher mit den Italienern zu vergleichen als mit anderen lateinamerikanischen Völkern. Da ich selber italienische Wurzeln habe war es für mich denkbar leicht sich in die Gesellschaft zu integrieren und ich habe ebenfalls genauso schnell argentinische Freunde gefunden, von denen mich einer in wenigen Monaten auch in Deutschland besucht.

Ich habe die meiste Zeit mit den Leuten aus dem Hostel verbracht und mich am Abend mit einheimischen Bekannten getroffen. Zudem habe ich dort relativ schnell meine Freundin kennengelernt, mit der ich immer noch zusammen bin. Meine Freizeit sah meistens so aus, dass ich mit den Bekannten, die ich dort hatte bzw. meiner Freundin spontan etwas unternommen habe wie z.B. in der Stadt bummeln, Fußball spielen, Feiern und was man als 19- Jähriger so alles macht. Außerdem bin ich des Öfteren gereist, sei es zu Dörfern in der Provinz Córdoba um z.B. zu baden oder ganz nach Patagonien im Süden Argentiniens.

Mein schönster Moment bei meinem Aufenthalt war, als ich mit meiner Fußballmannschaft, die ich dort gefunden hab, ins Viertelfinale des Regionalpokals gekommen bin und ich das entscheidende Tor geschossen habe.

Das Team von Praktikawelten hat mich stets vor und während der Reise unterstützt. Sei es per E-Mail, mit den Reiseunterlagen oder bei Fragen und Problemen, sie waren immer erreichbar.

Es war innerhalb weniger Stunden bzw. Tagen eine Antwort per E-Mail in meinem Postfach, wenn ich eine Frage gestellt habe. Aber ansonsten war auch alles recht eindeutig und ausreichend auf der Homepage erklärt.

Die Betreuung vor Ort hat sogar meine schon sehr positiv eingestellten Erwartungen noch übertroffen. Es war einfach spitze.

Der Auslandsaufenthalt war die beste Entscheidung meines bisherigen Lebens. Ich habe menschlich und bildungsmäßig unglaublich viel mitgenommen. Mein Praktikum war richtungsweisend für mein Medizinstudium und ich bin immer noch geflashed von der unglaublichen Zeit. Müsste ich die Entscheidung nochmal treffen würde ich nicht eine Sekunde zögern und wieder „Ja“ sagen.

Ich rate euch seid offen für alles. Nehmt alles an was euch dort erwartet und öffnet euch der Kultur und den Menschen im jeweiligen Land. Nutzt die Zeit so gut ihr könnt, denn die Zeit vergeht wie im Flug und am Ende sitzt ihr am Flughafen, bereit für den Rückflug und könnt es gar nicht fassen wie unglaublich die vergangenen Monate waren.

Vielen Dank an das Team von Praktikawelten, dass ihr mir diese wundervolle Erfahrung ermöglicht habt."

 

Erfahre mehr über das Projekt, das Ali A. so begeistert hat: Humanmedizin in Argentinien