Farmstay in Chile

"Man lernt eine andere Kultur, eine andere Landschaft und jeden Tag neue Menschen kennen"

  • Freiwilligenarbeit
  • Chile
  • 35 Wochen

Erfahrungsbericht von

06.03.2012

Lena schrieb:

"Vom Land Chile an sich hatte ich keine großen Vorstellungen, da man in Deutschland auch nicht wirklich darüber informiert wird. Ich habe mit ärmeren Verhältnissen und mehr Kriminalität gerechnet. Bei meiner Arbeit hatte ich gedacht, dass ich mehr mit Tieren und ausländischen Touristen zusammenarbeiten würde.

Meine Kollegen waren super nett und haben mich sehr unterstützt. Beide Chefs waren auch sehr liebenswürdig und ich konnte mit Ihnen immer reden.

Morgens bin ich um sieben aufgestanden und habe dann um halb acht den Bus zur Farm genommen, der zum Glück kostenlos war. Dort habe ich dann erst einmal gefrühstückt und dann in der Produktion geholfen. Meine Aufgabe war es, die "Calugas" herzustellen, was dann sozusagen mein Spezialgebiet wurde. Allerdings habe ich auch bei allem anderen geholfen. Das fand ich besonders gut, weil ich somit alle Sachen gelernt habe und mich in jedem Produktionsschritt auskannte.

Danach gab es dann Mittagessen und ich hatte bis circa vier Uhr frei und ab dann habe ich im Verkauf bis acht Uhr gearbeitet. Auch das hat mir gefallen, weil ich dort viele Leute kennengelernt habe und ich somit super Spanisch sprechen und üben konnte.

Abends habe ich meist nur noch Nachrichten meiner Freunde und Familie beantwortet und mit mich mit meiner Vermieterin unterhalten, da ich erst um ca. halb neun nach Hause gekommen bin. Sonntags habe ich dann teilweise Tagesausflüge an den Strand oder in die nächstgelegene Stadt gemacht oder einfach meine Freunde zu Hause besucht. Auch ein entspannter Sonntag im Bett musste mal sein. ;-) Wenn es ein langes Wochenende (zum Beispiel Ostern) gab, bin ich meistens nach Santiago gefahren und habe dort meine alten Freunde aus der Sprachschule und die Familie und Freunde meiner Vermieterin besucht, die ich während der Zeit dort kennengelernt habe.

Die lustigsten Momente während meiner Arbeitszeiten waren mit Sicherheit die Geburtstag meiner Kollegen. Dann haben sich die ganzen Mitarbeiter in der kleinen Küche getroffen, jeder hatte etwas zu essen dabei und dann wurden alte Geschichten erzählt und viel gelacht. Alles was ich nicht sofort verstanden habe, wurde mir erklärt und ich habe mich nie wie eine Außenseiterin gefühlt. Auch wenn sie mir ab und zu Kuchen oder chilenische Spezialitäten mitgebracht und sich nach meiner Familie erkundigt haben, hatte ich oft Tränen in den Augen, weil ich von so viel Anteilnahme wirklich gerührt war. Der lustigste Moment war das Dorffest am 15. August, wo ich nach alter Tradition mit einigen Freunden in den Bergen ausreiten ging und hinterher an einer Modenschau durch das Dorf teilgenommen habe. Hinterher wurde gegrillt. Das war insofern super, da ich somit die Tradition kennenlernen und auch ausleben durfte und es so etwas in Deutschland mit Sicherheit nicht gibt.

In Deutschland fand ich die Hilfe super, da die Informationen schnell gekommen sind und auch meine Emails immer sofort beantwortet wurden. Mit dem Team vor Ort hatte ich kaum Kontakt, da ich ja nicht in Santiago gearbeitet habe und somit nur zweimal dort im Büro war. Allerdings habe ich während der Arbeit auch keine Hilfe gebraucht, da ich alle Probleme entweder mit meinen Chefs oder meinen Kollegen besprechen konnte.

Auf jeden Fall war es eine gute Entscheidung, mit Praktikawelten nach Chile zu reisen! Ich würde es jederzeit wieder so machen, weil das Land und die Leute einfach super sind. Ich habe mich vorher in Deutschland bei fremden Personen nie so herzlich aufgenommen gefühlt und konnte somit jede Minute in Chile genießen. Man lernt eine andere Kultur, eine andere Landschaft und jeden Tag neue Menschen kennen und muss selber über sich hinauswachsen, wenn es zum Beispiel darum geht ohne viele Spanisch Kenntnisse völlig fremde Leute anrufen zu müssen. Außerdem bin ich selbstständiger geworden, da ich selber meinen Tag regeln und dafür sorgen musste, dass ich pünktlich aufstehe, keinen Termin vergesse usw."

Erfahre mehr über das Projekt, das Lena S. so begeistert hat: Farmstay in Chile