Farmstay in Argentinien

"Es wird sich definitiv lohnen, an dem Projekt teilzunehmen"

  • Freiwilligenarbeit
  • Argentinien
  • 9 Wochen

Erfahrungsbericht von

16.03.2010

Holger schrieb:

"Bereits vorab wurde ich  sehr gut von Praktikawelten betreut und auf meinen Aufenthalt vorbereitet. Meine allgemeinen Erwartungen an die Zeit in Argentinien waren, dass ich möglichst viel mitnehmen und aufsaugen wollte, wie die Sprache,

die Mentalität, die Kultur und das Essen etc.
Von meinem Projekt, Farmstay, habe ich mir einfach Natur pur erhofft. Einfach mal die Seele baumeln lassen, in der Natur sein und mit Tieren zu arbeiten, speziell mit Pferden.
Als ich dann dort war, ist mir die Eingewöhnung in Argentinien relativ schnell und gut gelungen, weil ich mich einfach darauf eingestellt hatte, dass die Uhren in Südamerika ,,anders“ ticken. Ich war und bin immer noch von der argentinischen Gastfreundschaft sowie Mentalität begeistert.

Das Projekt war auch ganz nach meinen Vorstellungen, natürlich wusste ich nicht 100 prozentig was mich alles erwarten würde, deswegen habe ich mich oft überraschen und treiben lassen. Meine Zeit dort war wunderschön. Auch in meiner Gastfamilie habe ich mich sehr wohlgefühlt. Von dem Farmbesitzer, dessen Verwalter sowie von meiner Gastfamilie wurde ich aufgenommen, als würde ich schon ewig zur Familie gehören. Alle waren sehr an mir interessiert, sodass sich viele intensive Gespräche ergeben haben.
Auch den Sprachkurs,

den ich vor Beginn meines Projektes besucht habe, war super und auf jeden Fall erfolgreich.
Was mir besonders gut an meinem Projekt gefallen hat war, dass jeder Tag anders abgelaufen ist. Ich habe viel Eigeninitiative gezeigt und konnte viel mithelfen, obwohl von mir nicht unbedingt erwartet wurde, dass ich die ganze Zeit arbeite, was ich auch durchaus genossen habe. Ich habe mich viel um die Tiere, Hunde und Pferde, gekümmert. Zu meinen Aufgaben gehörten unter anderem die Pferde von der Wiese zu holen, auszureiten, sie danach abzuduschen und wieder zurück

auf die Weide zu bringen.
Außerdem habe ich mitgeholfen, die Rinder einzutreiben, z. B. als sie geimpft werden mussten, ein Brandzeichen bekommen haben, oder zum Verkauf abgeholt wurden. Auch habe ich mich um das Gepäck und die Anreise gekümmert, wenn Pfadfinder (Scouts) oder andere Besucher auf dem farmeigenen Landhaus übernachtet haben.

Mein Kontakt zu anderen Freiwilligen sowie zu Einheimischen was sehr gut. Auch mit der Betreuung vom Praktikaweltenteam vor Ort war ich sehr zufrieden. Besonders hilfreich war, dass ich mich dort sogar auf Deutsch mit meinem Betreuer verständigen konnte. Mit der argentinischen Kultur bin ich ebenfalls leicht zu recht gekommen, besonders das Asado mit den Gauchos fand ich unheimlich interessant. Letztendlich habe ich festgestellt, dass mir ,,unsere Probleme und Sorgen" doch relativ klein bzw. unwichtig erscheinen, wenn man sieht und miterlebt, wie das Leben auch anders gelebt werden kann.

In meiner Freizeit habe ich das abendliche Kochen und die intensiven Gespräche mit Gleichgesinnten sehr genossen. Mit anderen Teilnehmern habe ich auch Ausflüge nach Salta und Rosario unternommen. Am Wochenende wurde viel gefeiert, meistens in  Nueva Cordoba. Dort wohnen viele Studenten/innen, dementsprechend gibt es viele Bars, Diskotheken etc.

An einen lustigen Moment kann ich mich noch genau erinnern: Nach dem Fußballspiel am 3. März Deutschland - Argentinien 0:1 hat unser Taxifahrer nur gelacht, als er erfahren hat, dass wir Deutsche sind und im Fußball gegen Argentinien verloren haben.
Besonders schön fand ich auch Ostern auf der Farm zu feiern, schon lange habe ich nicht mehr so tolle und „ehrliche“ Ostern erlebt.

Die Reise nach meinem Freiwilligendienst war definitiv auch ein Highlight meines Aufenthaltes. Besonders da ich mit drei Schweizern zusammen gereist bin, die ich erst in Cordoba in einem Freiwilligenhaus kennengelernt habe. Zusammen haben wir Argentinien, Chile, Bolivien, Paraguay und Brasilien bereist. 

Es war auf jeden Fall eine gute Entscheidung, mit Praktikawelten ins Ausland zu gehen. Ich kann jedem nur empfehlen, der die Möglichkeit hat, diesen Schritt zu wagen. Was man dort erlebt, die Erfahrungen die man sammelt über sich selbst, aber auch über das Land, die Leute und die Kultur, sind praktisch unbezahlbar. Um Sachen anders zu sehen oder zu verstehen (Toleranz), ist ein Auslandsaufenthalt sehr hilfreich. Außergewöhnliche Erfahrungen der Gastfreundschaft haben meinen Lebensweg lebendig werden lassen...

Mein Tipp für zukünftige Projektteilnehmer ist immer offen und tolerant zu sein. Bitte macht nicht den Fehler, Argentinien mit dem Heimatland vergleichen, der Unterschied ist einfach zu groß. Am besten man versucht mit Einheimischen in Kontakt zu treten, dann erfährt sehr viel mehr und dies ist meist hilfreicher als ein Reiseführer.

Es wird sich definitiv lohnen, an dem Projekt teilzunehmen, an die Reise wird man wahrscheinlich sein Leben lang zurück denken."

Erfahre mehr über das Projekt, das Holger L. so begeistert hat: Farmstay in Argentinien