Famulatur in Ecuador
Felicitas während ihres Famulatur Praktikums in Ecuador

" Vom Hausmeister bis zum Oberarzt hat mich jeder herzlich und hilfsbereit aufgenommen"

  • Auslandspraktikum
  • Ecuador
  • 7 Wochen

Erfahrungsbericht von (22 Jahre)

22.11.2016

Same, Same but different- als „Doctorita“ in Ecuador

Die Grundlagen der Medizin sind auf der ganzen Welt gleich- Unterschiede liegen nur in der Ausführung. Während meiner Famulatur in Ecuador habe ich beide Extreme sehr gut erleben dürfen- von hochmodernen Geräten bis hin zur Diagnostik nur mit Hand und Fuß. In dem mittelgroßen, öffentlichen Krankenhaus wurde ich auf Wunsch der Kardiologie zugeteilt, habe aber auch mal in die Neurologie reingeschnuppert für ein paar Tage. Ansonsten wären auch noch viele andere Fachrichtungen wie Endokrinologie, Rheumatologie, Pneumologie, Psychatrie, Infektiologie und Dermatologie möglich gewesen. Mein Tag hat jeden morgen um 7.30 mit einer kurzen Besprechung mit der leitenden Ärztin der Inneren Medizin begonnen, die sich persönlich um uns Famulanten gekümmert hat. Im Anschluss ging es dann mit dem Arzt meiner Fachrichtung und eventuell einem einheimischen PJ-Studenten los auf die morgendliche Visite. Nachdem ich die ersten Male sorgfältig zugeschaut habe, durfte ich dann schon schnell körperliche Untersuchungen selber durchführen und meine Eindrücke mit dem Arzt teilen. Zusammen hat man dann das weitere Vorgehen für den Tag und neue Therapiepläne für den Patienten besprochen. Je nach Bedarf wurden nach der Visite diagnostische Untersuchungen durchgeführt, von der Lumbalpunktion bis hin zum Herzecho. Auch hier durfte ich viel assistieren und habe sehr geduldig jeden Befund und jede Technik erklärt bekommen.

Besuche bei Hausärzten kann sich in Ecuador nicht jeder leisten- deswegen gibt es an den öffentlichen Krankenhäusern die sogenannten „Consultorios“. Hier hat jede Fachrichtung ab mittags kostenlose Sprechstunden, zu denen jeder kommen kann. Auch hier wurde ich wieder tatkräftig eingebunden und durfte mithelfen die verschiedenen Fälle zu lösen. Besonders in diesen Stunden hat man den Unterschied zum deutschen Gesundheitssystem deutlich gespürt- die Patienten kommen meistens in den letzten Stadien, aufwändige Therapien können sie sich nicht leisten und oft hat auch das Krankenhaus zu wenig Ausrüstung um viel auszurichten. So lernt man jedoch auch auf ganz grundlegende Hilfsmittel wie teilweise nur seine Hände und sein Verstand zurückzugreifen. Alles in allem hat mich die Famulatur nicht nur aus medizinischer Sicht weitergebracht, sondern auch persönlich. Ich habe erlebt wie Ärzte und Schwestern in höchst freundlichem Klima miteinander arbeiten und wie respektvoll auch der Umgang zwischen Arzt und Patient ist. Vom Hausmeister bis zum Oberarzt hat mich jeder herzlich und hilfsbreit aufgenommen und auch von den Patienten wurde ich schnell als die deutsche „Doctorita“ anerkannt- die „kleine Ärztin“.

Erfahre mehr über das Projekt, das Felicitas S. so begeistert hat: Famulatur in Ecuador