Praktikum - English in Action in USA

"Es hat einfach so viel Spaß gemacht!"

  • Auslandspraktikum
  • USA
  • 3 Wochen

Erfahrungsbericht von

2018-04-09

Tyrone schrieb:

Ich habe mich jeden Morgen fertig gemacht, etwas gefrühstückt und bin dann mit Verkehrsmitteln zur Arbeit gefahren. Auf der Arbeit habe ich dann viele typische Praktikantenaufgaben erledigt wie Kopieren, Zusammenfassungen erstellen, Steuererklärungen ausfüllen und an den Staat faxen, wichtige Dokumente einscannen und über ein spezielles Programm abspeichern, neue Kunden aufnehmen, bei Übersetzungen helfen, nach der Post schauen, Vorratsschränke auffüllen, Akten und Dokumente sortieren usw. Nachdem ich abends mit meiner Arbeit fertig war, bin ich oftmals schon nach Hause gefahren, da ich etwas weiter weg wohnte und es nach der Arbeit schon spät war. Doch hatte ich mich auch sehr viel mit Freunden getroffen, die ich in der Schule kennengelernt habe und wir sind dann oft etwas Essen oder Trinken gegangen. Zuhause habe ich dann zusammen mit meiner Familie Abendbrot gegessen und haben über den Tag gesprochen. Da es dann schon so spät war, weil ich mich viel mit meiner Gastfamilie unterhalten habe und Zeit verbracht habe, konnte ich schon wieder ins Bett gehen, weil ich wieder früh aufstehen musste. Als ich zur Schule gegangen bin, sah das ganze etwas anders aus, da ich viel mehr Freizeit hatte und mehr Leute kennenlernen konnte. Wenn ich morgens zur Schule gegangen bin, hat man sich in den Aufenthaltsraum gesetzt und hat sich mit Schülern unterhalten, bis der Unterricht anfing. Der Unterricht war auch sehr sprachlich aufgebaut und man konnte dann die Klassenstufen wechseln. Nach der Schule sind wir in einigen Gruppierungen was Essen gegangen und haben etwas unternommen (Strand, Stadt, etc.). Danach bin ich meistens mit dem Uber nach Hause gefahren, weil es sehr spät war, wobei man auch nette Leute kennengelernt hat. Danach gings meist direkt ins Bett oder man hat sich noch mit der Gastfamilie unterhalten beziehungsweise etwas unternommen. Die Gastfamilie hat mir übrigens auch sehr viel von der Stadt und der Umgebung gezeigt.

In meiner Freizeit habe ich viel mit anderen Schülern unternommen, die ich dort kennengelernt habe. Unter anderem waren wir am Strand, sind etwas Essen oder Trinken gegangen, waren im Kino oder unternahmen Roadtrips und trafen uns bei Events. Da die Schule sehr attraktive und billige Wochenendangebote durch einen Partner hatte, beispielsweise ein Trip nach Las Vegas, Rosarito Spring Break, San Francisco, L.A. Durch diese Wochenendtrips hat man auch sehr viele andere Schüler aus anderen Schulen kennengelernt, was einfach super war. Die Schule selbst hat auch kleine Events angeboten beispielsweise Baseballgames, Surfen, Karaoke, Zoobesuche und noch viele weitere.  An Freizeitangeboten konnte man sich nicht beklagen - da gabs genug! Ich habe so viel unternommen, was zeitlich und auch budgetmäßig passte. Außerdem habe ich mit ein paar anderen Schülern ein Auto gemietet für ein Wochenende in L.A. Überall gibts auch Vergünstigungen durch die Schule und deren Partnern, was für mich auch ideal war. In allem könnte ich wahrscheinlich ein Roman schreiben, was ich mir hier aber erspare.

Da das nicht mein erster Besuch in den USA war, wusste ich schon wie die Amerikaner so drauf sind. Jedoch habe ich durch meinen längeren Aufenthalt mehr Erfahrungen sammeln können. Aber im Allgemeinen sind die Amerikaner so wie ich sie kenne: sehr entspannt, sehr human und extrem höflich. Es ist das netteste, humanste und offenste Volk was ich kenne. Und ich konnte immer mit den Leuten lachen, sei es mit der Gastfamilie, in der Schule oder in der Arbeit. Es war immer ein sehr entspanntes und lockeres Arbeitsklima. Die Deutschen sind da leider etwas anders.

Ich würde sagen, der schönste Moment war der ganze Aufenthalt. Es war einfach so schön. Trotzdem habe ich auch eine etwas "ungewöhnliche" lustige Erfahrung machen müssen. Zu meinem ersten Schultag habe ich von meinem Gastvater eine sogenannte TapCard bekommen für die Bezahlung der Verkehrsmittel. Am ersten Schultag habe ich morgens meine Karte für einen ganzen Monat aufgeladen, was mich ca. 70$ gekostet hat. Dann habe ich auf den Trolley (Straßenbahn) gewartet und bin dann Richtung Schule gefahren. Eine Station, bevor ich mein Ziel erreicht hatte, sind Beamte der Transportation Police eingestiegen, um die Fahrkarten zu kontrollieren. Ich habe ihnen meine Karte gezeigt und er hat sie mit einem Gerät ausgelesen. Alles gut soweit, bis er nach meinem Ausweis fragte. Ich wusste erst nicht, was für einen Ausweis er sehen wollte und musste dann aussteigen. Er hat mir erklärt, dass die Karte für Behinderte Passanten sei, was ich nicht wusste. Dann standen erstmal 5 Beamte um mich und ich habe mich wie ein Schwerverbrecher gefühlt (aber das ist normal in Amerika). Ich habe ihm dann erklärt, dass ich aus Deutschland komme, es mein erster Schultag sei und mein Gastvater mir die Karte gegeben hat. Dennoch hat er ein Ticket ohne Bußgeld geschrieben. Ich habe dann meine Gastfamilie informiert und sie sind auch direkt zur Schule gekommen, um das Problem zu klären. Und bis dahin war auch alles gut soweit, weil es nichts Ernstes war. Mein Gastvater kannte sich da etwas aus, weil er mal für die Behörde gearbeitet hat. Seitdem nannten wir unsere WhatsApp Gruppe "The Criminals", was total lustig war. Wir mussten ständig lachen. Ca. 6 Wochen später bekam ich einen Brief vom Gericht in San Diego, als ich zu Hause ankam. Da stand drin, dass ich zu dem Termin vor Gericht erscheinen soll. Ich war erstmal schockiert...Nur war der Termin nach meiner Abreise und ich musste den Termin dann verschieben beziehungsweise direkt vor Ort auftauchen, um das Problem zu klären. Und meine Gastfamilie stand natürlich an meiner Seite und hat mir geholfen, genauso wie die Schule und meine Praktikumsstelle, die sich da auch etwas auskannten. Nachdem wir da waren, um die Sachlage zu schildern, habe ich einen neuen Termin 2 Stunden später bekommen. Daraufhin sind wir in den Gerichtssaal gegangen und haben uns gesetzt. Dann wurden die Angeklagten aufgerufen und sollten sich auf
eine extra Bank setzen, darunter ich. Ich kam mir in dem Moment wirklich wie ein richtiger Krimineller vor, weil es genauso war, wie man es aus dem TV kennt. Meine Gastfamilie wollte direkt mit nach vorne kommen, wurde aber vom Sheriff verweigert: "Das schafft er schon alleine!" Als ich als Letzter dran war, musste ich nach vorne ans Mikrofon gehen und dann erstmal der Richterin schildern, wieso ich da bin und mich für schuldig erklären. Nachdem ich ihr die Sachlage geschildert habe, hat sie ein Bußgeld in Höhe von 480$ ausgesprochen und meinte, dass sie das aber um 200$ reduziert. Ich war völlig geschockt und wusste gar nicht mehr was ich sagen sollte. Meine Gastfamilie hat dann auch nochmal dazwischengeredet, wobei sie auch fast rausgeflogen wären. Ich habe ihr gesagt, dass es ein großer Fehler war, aber merkte, dass es nicht mehr zu verhandeln war. Dann hat sie schließlich noch gefragt, ob ich in Raten zahlen möchte oder sofort. Natürlich sofort und ich bin dann mit meiner Gastfamilie zur Kasse gegangen. Sie waren stolz auf mich,
dass ich mich so tapfer durchgeschlagen habe und meinten auch, dass sie das Bußgeld bezahlen, weil es ja auch nicht mein Fehler war. Ich war dankbar, aber auch immer noch geschockt von der Bußgeldhöhe… Letztendlich können wir nur noch darüber lachen und natürlich war es auch mal interessant, solche Erfahrungen gemacht zu haben. Nur in Amerika läuft der Hase etwas anders, was die Gesetze angeht, weshalb man auch mal schnell viel Geld zahlen oder auch im Gefängnis landen kann. Jedoch will ich hier keinen von euch abschrecken! Man sollte halt nur etwas aufpassen :P Und meine Gastfamilie hat auch nochmal sichergestellt, dass auch kein Record in meiner Akte steht sodass ich bei der Wiedereinreise Probleme bekommen würde. Es war lediglich "nur" eine Ordnungswidrigkeit :D Durch diese Erfahrung kann ich auch eine interessante Geschichte erzählen und einfach darüber lachen. Einfach nur schön :D

Der Auslandsaufenthalt hat mich definitiv weitergebracht. Ich hatte sowieso immer vor, für einen längeren Zeitraum in die USA zu gehen, um die Kultur alltagsmäßig besser kennenzulernen. Und ich liebe die USA einfach dafür! Es ist einfach ein sehr schönes, freies und fassettenreiches Land. Ich konnte weitere Lebenserfahrungen sammeln und mein Englisch weiter ausbauen.


Meine Tipps an zukünftige Weltenbummler: Einfach machen! Es ist definitiv eine Erfahrung wert. Gerade die jungen Leute sollten es noch machen bevor das Arbeitsleben richtig anfängt und man keine Zeit mehr dafür findet. Bei mir hat sich der Zeitpunkt einfach perfekt (aus betrieblichen Gründen) angeboten, da ich auch schon voll berufstätig war. Und diese Erfahrungen trägt man sein Leben lang. Ich kann es nur empfehlen! Ich wäre auch gerne länger dageblieben, jedoch ist Amerika auch ein sehr teures Land und da ich mir alles selbstfinanziert habe, musste ich es leider bei 2 Monaten belassen. Am Ende habe ich neue Kontakte weltweit aufgebaut und gute Connections in den USA gefunden. Dazu das Reisen, einfach unbeschreiblich! Und natürlich nicht zu vergessen - mein Auslandspraktikum! Es hat einfach so viel Spaß gemacht und würde es jeder Zeit wiedermachen :)
 

Erfahre mehr über das Projekt, das Tyrone Jackson Krüger so begeistert hat: Praktikum - English in Action in USA