Hotelpraktikum in Südafrika

"Auch die Besitzer erzählte oft von der Apartheid"

  • Auslandspraktikum
  • Südafrika
  • 20 Wochen

Erfahrungsbericht von

11.11.2010

(20 Wochen "Hotellerie" in Südafrika)

Lena schrieb:
"Ich habe meine Zeit in Südafrika vom ersten bis zum letzten Tag genossen! Es gab keinen Tag, an dem ich bereute mich für dieses Projekt entschieden zu haben. Die Besitzer des Backpacker, in dem ich arbeitete und ich, entwickelten eine sehr freundschaftliche Beziehung und wir hatten sehr viel Spaß! Auch mit dem ganzen Team, das z.T. auch aus anderen Europäern bestand war es immer sehr harmonisch!

Jeden Tag neue Leute von überall auf der Welt kennenzulernen machte für mich den größten Reiz meiner Arbeit aus.
Ich würde es jederzeit wieder machen und war auch mit Sicherheit nicht das letzte Mal in Südafrika!
Wenn ich gearbeitet habe, hatte ich entweder die Frühschicht (7.00-15.00) oder die Spätschicht (15.00-open end).
Während der Frühschicht waren meine Aufgaben das Aufschließen der Rezeption und des Barbereichs, das Anrichten oder gegebenenfalls Zubereiten des Frühstücks, das Spülen des Geschirrs, das Füttern der Tiere auf der Farm und das Buchen der Aktivitäten für die Gäste.

Wenn neue Gäste kamen, war es meine Aufgabe sie einzuchecken und ihnen alles zu zeigen. Wenn Gäste auscheckten haben sie auch bei mir bezahlt.
Immer wichtig war jederzeit Ansprechpartner für die internationalen Gäste zu sein, wenn diese Fragen zu der Region und Aktivitäten oder Probleme mit ihrer Weiterreise hatten. Wenn alle Gäste außer Haus oder versorgt waren, habe ich die Zimmer auf Sauberkeit usw. geprüft. Das Telefon habe ich auch die ganze Zeit über beantwortet.

Die Spätschicht arbeitete ich im Gegensatz zu der Frühschicht immer zu zweit, also entweder mit anderen Praktikanten oder sogar dem Besitzer zusammen.
Wichtig war wie auch bei der Frühschicht schon die ganze Zeit für die Gäste da zu sein und sicherzustellen, dass es ihnen an nichts fehlte. Die Beantwortung des Telefons und das Ein- und Auschecken der Gäste gehörte ebenfalls zur Spätschicht.

Wir hatten im Barbereich eine Feuerstelle und das Feuer zu zünden gehörte auch zu meinen Aufgaben. Ich half bei der Zubereitung des Abendessens und machte es manchmal sogar alleine. In der Hinsicht ließen uns die Besitzer sehr viel Freiheiten, solange wir Spaß am Kochen hatten und es den Gästen schmeckte! So veranstalteten wir Sushi-,Burger-,Pizza und mexikanische Nächte..und vieles mehr!
Danach waren wir dann wieder dran mit dem Geschirrspülen und dem Reinigen der Küche.

Den ganzen Abend über durfte natürlich auch die Bar nicht außer Acht gelassen werden, welche geöffnet blieb bis die letzten Gäste zu Bett gehen. Das war allerdings fast immer sehr angenehm und lustig, da alle unsere Gäste großartige Geschichten zu erzählen hatten! Wenn dann alle Gäste schlafen gegangen sind haben wir alles abgeschlossen und für den Morgen hergerichtet.

Mein Englisch konnte ich während dieser Zeit wahnsinnig verbessern, da jegliche Kommunikation auf Englisch stattfand. Auch im Service-Bereich habe ich viel gelernt. Ich bin offener geworden und habe meine Menschenkenntnis ungemein verbessert!

Mit den Einheimischen habe ich mich gut vestanden und auch mit der Kultur in Südafrika, welche ja doch ganz anders ist als bei uns in Deutschland, bin ich gut zurechtgekommen. Südafrika ist ein sehr vielfältiges Land, vor allem was die Kultur angeht. Somit hatte ich die Möglichkeit einen Einblick in die verschiedensten Lebensarten zu erhalten.

Bei uns auf der Farm lebte eine Xhosa-Familie, der Vater arbeitet als eine Art Hausmeister. Wir spielten oft mit den zwei kleinen Kindern - das war toll! In meiner letzten Arbeitswoche kam dann auch noch eine südafrikanische Praktikantin, welche mir viel über ihre "Colored-Kultur" erzählte. Auch die Besitzer erzählte oft von der Apartheid und wie sie diese erlebt hatten. Das war immer sehr interessant!
Obwohl man in den Straßen noch deutliche Nachwirkungen der Apartheid sehen kann (z.B. in den Townships), habe ich meist positive Resonanz erfahren. Die Menschen waren sehr zuvorkommend und hilfsbereit - überall!

Zu Beginn meiner Arbeit hatte ich in meiner Freizeit erstmal die Möglichkeit sämtliche Aktivitäten in der Gegend zu machen (viele sogar umsonst). Ich musste ja wissen von was ich rede, wenn ich die Gäste berate!

Dazu zählten: Monkeyland, Birds of Eden, Wildkatzen-Rehabilitationscenter, Elefanten-Reservat, Safari, Whale Watching, Tauchkurs, Bungy Jump, Skydive uvm. Sonst bin ich in meiner Freizeit mit anderen Teilnehmern an den Strand oder in die Stadt einkaufen.

An den Abenden, vor allem an den Wochenenden, an denen ich nicht arbeiten musste, sind wir oft ausgegangen. Von Zeit zu Zeit sind sogar die Besitzer und andere Gäste mitgekommen zum Feiern in die Stadt! Ich hatte auch die Möglichkeit einige Tage Doppelschichten zu arbeiten um dann einmal 4, einmal 7 und einmal 10 Tage frei zu haben.

In diesen längeren Zeiträumen bin ich dann mit anderen Teilnehmern das Land erkunden gegangen. Das waren tolle Erfahrungen! Zu den schönsten Momenten würde ich meine Ausflüge, auf denen ich immer wieder neue Eindrücke erfahren durfte, den Bungy Jump und das Skydiven an meinem Geburtstag zählen. Aber natürlich hatten wir auch unzählige lustige & schöne Momente beim Arbeiten - wir hatten immer sehr viel Spaß!

Praktikawelten war wirklich klasse – ich konnte sie immer gut und schnell erreichen, wenn ich Fragen hatte und mir wurde immer gut weitergeholfen. Ich habe mich stets gut beraten gefühlt und konnte dank Praktikawelten sehr gut einschätzen, was mich erwartet. Auch was Visum & Versicherungsschutz angeht, wusste ich über alles Bescheid, was ja doch manchmal etwas unübersichtlich werden kann.

Ich bin sooo froh, die Entscheidung getroffen zu haben, nach Südafrika zu gehen! Es war die Beste überhaupt! Ich würde es jeder Zeit wieder machen!

Mein Aufenthalt hat mich menschlich und auch sprachlich sehr weitergebracht und wird mir in meinem weiteren Leben mit Sicherheit noch ein Vorteil sein."

Erfahre mehr über das Projekt, das Lena S. so begeistert hat: Hotelpraktikum in Südafrika