Journalismus Praktikum in Ghana

"In Ghana wird man euch mit einem herzlichen "Akwaaba" empfangen"

  • Auslandspraktikum
  • Ghana
  • 4 Wochen

Erfahrungsbericht von

19.06.2016

Lukas schrieb:

"Meinen Aufenthalt in Ghana werde ich wohl mein Leben lang nicht vergessen. Ich habe in dieser Zeit sehr viel gelernt, vor allem was den Umgang mit ungewohnten Situationen angeht. Man sollte auf jeden Fall anpassungsfähig sein, wenn man sich nicht selbst unglücklich machen möchte, denn die Lebensweise der Ghanaer ist natürlich ganz anders, als die der Europäer.

Das Wort Pünktlichkeit gehört beispielsweise nicht zu ihrem Sprachgebrauch. Bevor ich angekommen bin, habe ich die Erzählungen über das ghanaische Zeitgefühl für übertrieben gehalten, doch es hat sich tatsächlich bestätigt. Zeit spielt in Ghana keine Rolle. Zwangsläufig verbringt man dadurch viel Zeit mit Warten, wodurch man aber auch selber viel gelassener in den Tag geht, was bekanntermaßen gesund ist.

Gelassenheit ist die eine Seite der Ghanaer, die andere ist definitiv Liebenswürdigkeit und Hilfsbereitschaft. Die meisten Menschen dort strahlen so viel Freude aus, dass man selber richtig glücklich wurde, wenn man sich mit ihnen unterhalten hat. Als ich auf dem Weg zu einem Interviewtermin (etwa 200 Kilometer von unserem Haus entfernt) mein Portmonee verloren habe, kamen mir sofort sehr viele Menschen zur Hilfe, bis mir dann eine Frau genügend Geld für die Rückreise gab. Ich musste sie sogar noch überreden, mir ihre Adresse zu geben, damit ich ihr das Geld zurück schicken kann. Spätestens da wusste ich, dass die Ghanaer den Europäern in vielerlei Hinsicht um einiges Voraus sind.

Auch mein Projekt hat mir viel Spaß gemacht. Wer hier keine Eigeninitiative zeigt ist verloren. Es kam ganz auf mich alleine an, ob ich etwas aus dem Praktikum machen wollte oder nicht. Letztendlich habe ich in den vier Wochen vier Artikel geschrieben. Es war nicht immer ganz leicht ein Thema zu finden, aber mit etwas Einfallsreichtum funktionierte auch das. Noch ein letzter Tipp zum Projekt: Was immer ihr von einer deutschen Zeitungsredaktion kennen gelernt habt...vergesst es! In Ghana ist es ganz anders. Wie genau, erfahrt ihr nur, wenn ihr es ausprobiert!

Nach meinen vier Wochen im Projekt bin ich dann noch zwei Wochen durchs Land gereist und kann behaupten: Ghana ist das schönste Land, das ich kenne. Im nördlichen Mole National Park konnte ich zum Beispiel viele Wildtiere aus der Nähe beobachten, unter anderem auch Elefanten Paviane und Antilopen. Im Süden waren es die schönen Strände, die mich so beeindruckt haben.

Auch vom Haus habe ich viele schöne Erinnerungen. Mit den anderen Praktikanten/innen ließ es sich meistens sehr angenehm leben. Vor allem unserer Koordinator, Danielle, hat sich bestens um uns gekümmert.

Es gäbe noch so einiges mehr zu berichten, von Frauen, die ihre Kinder auf der Straße stillen, von Kindern, die in Scharen hinter dir her laufen, als seiest du ein Popstar, von verschwitzten Trotrofahrten, oder von überfüllten und chaotischen Märkten.

Am besten ist es aber, ihr macht selbst diese Erfahrung. In Ghana wird man euch sicherlich mit einem herzlichen "Akwaaba" empfangen."

Erfahre mehr über das Projekt, das Lukas H. so begeistert hat: Journalismus Praktikum in Ghana