Journalismus Praktikum in Ghana

"Es war auf jeden Fall eine gute Entscheidung!"

  • Auslandspraktikum
  • Ghana
  • 23 Wochen

Erfahrungsbericht von

2018-01-10

Elisabeth schrieb:

Meine Betreuung war super, weil ich in dem Haus 1 in Ghana war, dort ist die zuständige Betreuerin Penninah. Zusammen mit den drei Security Männern (Mohammed, Alfred und Mac) und der Köchin Evelyn ist es ein großartiges Team. Penninah und Evelyn sind sehr darauf bedacht, dass der Aufenthalt aller Teilnehmer zu einer tollen Erfahrung wird. Sie hören zu, sind hilfsbereit und geben jedem das Gefühl in dem Haus angekommen
zu sein. Zum Geburtstag wird gesungen und sie geben sich größte Mühe einem eine Ersatzfamilie zu werden. Natürlich muss man dies annehmen wollen, aber auch wenn Teilnehmer keine so enge Beziehung aufbauen wollen (bspw aufgrund kurzer Projektdauer),
reagieren alle verständnisvoll und geben Freiraum. Alle Mitarbeiter vor Ort sind unglaublich aufgeschlossen und rund um die Uhr ansprechbar. Meiner Meinung nach arbeiten sie eindeutig über ihre Pflichten hinaus.
Ich würde mich freuen, wenn dieses Feedback auch an diejenigen weitergegeben werden kann.
Mein Projekt war einfach super! Mein Projekt war ein Journalismuspraktikum bei dem Radiosender Pinkfm 96.9. Die Mitarbeiter und Praktikumsbetreuer waren so unglaublich freundlich und offen, was all meine Vorstellungen total übertroffen hat. Mir wurden viele Freiheiten eingeräumt, sodass ich genau das tun/lernen konnte, was mich interessierte. Es liegt viel in der eigenen Verantwortung und es hat mir sehr gefallen, dass nach den ersten Monaten, die eigene Meinung in beispielsweise der Bewertung anderer Praktikanten eine immer größere Rolle gespielt hat. Der Arbeitsalltag war durch immer neue Spontanitäten und Ereignisse abwechslungsreich. Ich denke, wenn man viel Eigeninitiative zeigt und nicht davor zurückschreckt sich in Diskussionen einzubringen, ist dieses Praktikum bei Pinkfm eine tolle Gelegenheit viel zu lernen.

Mein typischer Tag begann um 8 Uhr mit dem TroTro wurde ich zum Praktikum gefahren. Ich war um 9 Uhr in meinem Praktikumsbetrieb. (Teilnehmer dieses Praktikums wohnen eigentlich im Haus 2, da ich aber gleich anfangs in ein neues Projekt wechselte, weil das eigentliche überfüllt war, aber wegen meines Reisepartners in Haus 1 geblieben bin, ist die Fahrt so lang). Dort angekommen, habe ich Artikel geschrieben, Bilder rausgesucht,
Themen mit meinen Kollegen besprochen (Relevanz für den Sender, Zielgruppe, eigenen Standpunkt etc.) und auf der Onlineseite hochgeladen. Manchmal habe ich auch Texte von anderen Praktikanten kontrolliert und meistens gab es noch ein paar "Diskussionsrunden". Zwischen 13 und 14 Uhr, bin ich zurückgefahren und habe zuhause etwas gegessen, mich mit Mohammed oder Evelyn unterhalten. Um 16:00 Uhr sind meine Freunde nach Hause gekommen und wir haben gemeinsam mit den Mitarbeitern Sport gemacht. Nach dem Abendessen saßen wir meistens im Aufenthaltsraum und haben gequatscht und gespielt.

In meiner Freizeit habe ich Sport gemacht, bin auf den Kaneshie, Art Market gegangen, im Kino gewesen. Am Wochenende war ich sehr oft feiern, was in Ghana echt klasse ist, mich mit ghanaischen Freunden getroffen, war in Bars, am Strand und auf zahlreichen Programmen, zu denen die Leute einen mitgenommen haben. An einigen Wochenenden bin ich gemeinsam mit Freunden in andere Teile Ghanas wie zum Beispiel Kwahu, Mole, Wli, Ada Foah oder Butre gefahren.

In der ghanischen Kultur habe ich gelernt, nicht alles so ernst zu nehmen und es herrscht ein lockerer Umgang mit allen. Die Menschen sind sehr offen und wenn du viel gibst, bekommst du Dankbarkeit oder Segen zurück. Der Glaube spielt eine große Rolle im Alltag der Einheimischen. Ich habe mich selten so unbeschwert und bedingungslos glücklich gefühlt wie in Ghana. Ich hatte den Mut neue Dinge auszuprobieren und Unannehmlichkeiten gelassener zu nehmen. Man lernt andere Meinungen zu akzeptieren. Außerdem war es für mich wichtig mich anzupassen. 


Mein schönster Moment war es mit den Kindern/Jugendlichen zu tanzen, alleine zu tanzen und die Elefanten im Mole Nationalpark sehen
Ungewöhnliche Momente gab es viele. Ich war sehr überrascht, als ein voller Hühnerkäfig unter meine Füße im TroTro geschoben wurde.

Es war auf jeden Fall eine gute Entscheidung! Hätte ich mehr Geld, hätte ich meinen Aufenthalt unbedingt verlängert. Das war bisher die großartigste Erfahrung und ich würde mich immer wieder für ein Journalismuspraktikum und vor allem immer wieder für Ghana entscheiden.
Der Auslandsaufenthalt hat mich insofern weitergebracht, dass ich tolle Freunde gefunden habe und viele Erfahrungen gesammelt habe, die einen über viele Dinge jetzt anders denken lässt. Ich wusste schon vorher, dass ich etwas in die Journalismusrichtung machen will, deswegen hat mich das Praktikum "nur" in meiner Entscheidung bestärkt.
Meine Tipps für zukünftige Weltenbummler sind nicht zu hohe Erwartungen zu haben oder zu wählerisch zu sein. Lasse dich auf etwas Neues ein und packe nach dem Reise 1x1.  
 

Erfahre mehr über das Projekt, das Elisabeth F. so begeistert hat: Journalismus Praktikum in Ghana