Medizinpraktikum in Ecuador

"Einmal durfte ich sogar eine Geburt miterleben. Das war wirklich klasse."

  • Auslandspraktikum
  • Ecuador
  • 21 Wochen

Erfahrungsbericht von

04.10.2013

Juliane schrieb:

"Ich bin mit ziemlich niedrigen Erwartungen, was Hygiene, Sauberkeit oder Fortschrittlichkeit angeht nach Ecuador gekommen. Ansonsten habe ich mir die Leute sehr offen und nett vorgestellt und das Reisen manchmal etwas abenteuerlich. Außerdem bin ich doch in gewissem Maß von einer hohen Kriminalität ausgegangen.

Ich habe erwartet, dass ich bei meiner Arbeit viel zuschauen muss, dass mir die Ärzte und Schwestern aber auch viel zeigen und ich dann, nachdem ich mich ein wenig eingearbeitet habe, auch viel selbstständig machen darf.

Im ambulanten Gesundheitszentrum in der Notaufnahme und der Geburtenklinik war es super. Dort waren alle sehr, sehr nett und haben mir alles erklärt und gezeigt, was es so zu sehen gab und ich durfte auch viel selbst machen, wie zum Beispiel Wunden reinigen, verbinden und Spritzen geben.

Außerdem habe ich dem Arzt bei kleinen Operationen geholfen, indem ich Klammern gehalten habe und die Wunde mit Tupfern frei von Blut gehalten habe. Ein paar Mal durfte ich auch selbst am Ende die Wunde zunähen, nachdem der Arzt es mir ein paar Mal gezeigt hatte. Das war ziemlich aufregend und es hat wahnsinnig viel Spaß gemacht.

Zusammengefasst war meine Erfahrung im Gesundheitszentrum super.

Ein typischer Tag in Quito sieht wie folgt aus: morgens um 6:00 Uhr aufstehen, frühstücken und um 6:45 Uhr zum Bus laufen. Um 8:00 Uhr hat die Arbeit begonnen. Um 13:00 Uhr war dann Feierabend und um ca. 14:00 Uhr gab es Mittagessen.

Die Nachmittage waren unterschiedlich. Manchmal hab ich etwas mit Freunden unternommen, bin in die Altstadt gefahren oder hab einfach im Apartment entspannt.

Abends bin ich ab und zu mit Freunden feiern oder essen gegangen

Im Gesundheitszentrum hab ich sehr viele Erfahrungen gesammelt, wie Wunden reinigen und verbinden, Spritzen geben, den Umgang mit frühgeborenen Babys und Blutdruck messen. Einmal durfte ich sogar eine Geburt miterleben. Das war wirklich klasse.

Das Land hat mir wirklich richtig gut gefallen und auch mit der Kultur bin ich wunderbar zurechtgekommen.

Die meisten Leute sind sehr nett, aber vor allem die (jungen) Männer sind oft respektlos. Die Kultur fand ich sehr interessant und sie hat mir sehr gut gefallen, gerade weil sie sich so von der westlichen Kultur unterscheidet, v.a. da das meine erste Reise nach Südamerika war.

Ich bin viel gereist um alles, was es in Ecuador zu sehen gibt, zu erleben. Wir sind immer mit dem Bus gereist und das hat super geklappt und war billig. Unter der Woche war ich immer mal wieder Kaffee trinken und abends war ich essen oder feiern in einem der zahlreichen Clubs mit meinen Freunden.

Es gab sehr viele lustige Momente. Vor allem am Anfang, wenn es den ein oder anderen Versprecher gab. Einmal war ich mit einigen Freunden wandern und ein Mädchen aus der Gruppe wollte unserem Führer, dem es zuvor nicht so gut ging, fragen, ob es ihm jetzt besser geht also "Estas mejor? - Fühlst du dich besser?", aber sie sagte stattdessen "Estas mujer? - Bist du eine Frau?". Der Führer sah sie daraufhin etwas verdattert an und der Rest von uns musste herzlich lachen.

Die Reiseunterlagen, die ich von Praktikawelten erhalten habe waren allesamt sehr gut.

Ich war sehr zufrieden mit der Betreuung bezüglich Transport, Versicherung und Buchung. Die Infomappe über Ecuador war sehr hilfreich, vor allem die Packhilfen, Visainformationen und anderes.

Gut an dem Team vor Ort in Ecuador fand ich vor allem, dass die Mitarbeiter immer ein offenes Ohr hatten.

Mein Fazit:

Ich bin während dieses Aufenthaltes auf jeden Fall selbstständiger und auch selbstbewusster geworden. Vor allem das Reisen war eine tolle Erfahrung. Der Auslandsaufenthalt hat sich auf jeden Fall gelohnt.

Erfahre mehr über das Projekt, das Juliane M. so begeistert hat: Medizinpraktikum in Ecuador