Individuelles Praktikum in Australien

"Es ist wichtig, wirklich jeden Moment zu nutzen"

  • Auslandspraktikum
  • Australien
  • 24 Wochen

Erfahrungsbericht von (19 Jahre)

12.11.2012

Sascha schrieb:

"Vor meinem Abflug nach Australien war natürlich alles sehr aufregend und spannend. Was das Land selbst angeht hatte ich eigentlich nicht viele Vorstellungen außer, dass ich mir Australien schon immer als schönen und vielfältigen Ort vorgestellt hatte. 

Ich habe offene Menschen erwartet aber natürlich auch, dass es Hürden zu meistern geben wird.

Anders war das bei meinem Arbeitsplatz. Hier spielten sich mehrere Szenarien in meinem Kopf ab bevor ich meine Reise antrat. Ich habe mir das ganze sehr herausfordernd vorgestellt und habe erwartet, dass es zwar nicht einfach werden würde, sich als Praktikant gerade als Auslandspraktikant, eine gewisse Stellung zu erarbeiten. Ich habe natürlich auch erwartet, dass ich viel lernen werde und nicht nur englisch sondern auch viel Fachspezifisches. Ich wollte über mich selbst hinauswachsen und meine Grenzen kennen lernen. Australien selbst war und ist einfach super schön.

Meine Unterkunft war wunderbar und hätte nicht besser sein können. Ich wurde gut aufgenommen, war ein Teil der Familie und mir wurde trotzdem immer genug Privatsphäre gelassen!

Mein Praktikum selbst habe ich mir allerdings doch etwas anders vorgestellt.

Nun bin ich nicht in der Position dies auf lange Sicht zu bewerten, allerdings war die Firma in der ich gearbeitet habe etwas anders als erwartet. Kurz bevor ich ankam, so hörte ich, verließen schon in den letzten 2 Monaten davor 3 Mitarbeitet die Firma. Dies ging weiter und im Laufe des ersten Monats meines Praktikums verließen zwei weitere Mitarbeiter die Firma, aus Gründen die für mich ebenfalls nachvollziehbar sind. So kam es dazu, dass am Ende nur noch die 3 Leute und ich da waren.

Meine Chefin war oft nicht anwesend und wenn, dann meist am Telefon oder in Kundengesprächen – dadurch, dass sie spät kam, blieb nicht viel Zeit in der man mit ihr reden konnte. Zugewiesene Aufgaben waren meist schnell erledigt und nur teilweise hatte ich die Möglichkeit nach mehr zu fragen, eben durch nicht sehr häufige Anwesenheit meiner Chefin oder weil sie beschäftigt war. Natürlich war dies aber nicht immer der Fall.

Das aber wohl größte Problem war meine eigentliche Arbeit. So habe ich ein Praktikum im gewünschten Bereich PR erwartet, was nur sehr selten ansatzweise stattfand. Die meiste Zeit verbrachte ich mit Design oder Programmierungen oder Inhalten von Webseiten zu füllen, nicht weil mir etwas anderes nicht zugetraut wurde, sondern einfach weil die Firma dies zu 90 Prozent gemacht hat und eigentlich beinahe nichts mit PR oder Marketing zu tun hatte. Dies ist im Nachhinein gesehen etwas ärgerlich, da ich dieses Praktikum nutzen wollte um mir über meine Studienwahl klarer zu werden.

Abgesehen davon gab es natürlich auch einige schöne Momente. Die übrig gebliebenen Kollegen waren sehr nett und das Klima in Ordnung. Des Weiteren bin ich dankbar, dass meine Chefin mir einige Dinge ermöglichte, wie ein Handy, kostenlose Fitnessstudio Besuche oder Friseurbesuche.

Auch hat meine Chefin mir viele Aufgaben zugeteilt und somit Vertrauen geschenkt, was mir zeigte, dass die gute Arbeit schon wertgeschätzt wurde.

Meist bin ich morgens gegen 8 Uhr aufgestanden und bin, nachdem ich mich fertig gemacht hatte, zum Bus, mit dem ich ca. 45 Minuten bis in die Innenstadt gebraucht habe. Auf der Arbeit gab es einige Aufgaben, die täglich anfielen, diese waren meist in kurzer Zeit erledigt. Im Anschluss fiel mal mehr mal weniger Arbeit an. Dies beinhaltete typische Praktikanten Aufgaben wie das posten von Newsartikeln auf Internetseiten, das Füllen von Adresslisten und ähnliches. Diese Aufgaben waren natürlich weniger spannend, mussten natürlich aber als Teil der Arbeit erledigt werden.

Durch den Mitarbeitermangel habe ich auch viel im Backend der Website gearbeitet, diese gestaltet und verändert, was teilweise etwas schwierig war, da ich in diesem Gebiet keine Vorkenntnisse hatte und dies eigentlich auch nicht der Bereich war für den ich dieses Praktikum angefangen hatte.

Mehr gefallen haben mir Kundengespräche an denen ich teilnehmen durfte, insbesondere diese mit einer Band die wir eventuell promoten wollten, was mehr meinem Praktikumswunsch entsprochen hätte, woraus im Endeffekt aber leider nichts wurde.

Meist bin ich freiwillig anstatt bis 16.30 bis 18 Uhr geblieben um mich als Teil der Firma einzufügen.

Auf jeden Fall bin ich nun in der Lage, Webseiten zu erstellen, diese mit Text zu füllen und mit Bilder mit Photoshop zu bearbeiten. Auch wenn dies nicht Teil meines Praktikum Wunsches war, ist es keines Falls schlecht dies gelernt zu haben. Ich habe auch vieles über die Online-Marketing Branche gelernt und viele Fachbegriffe verinnerlichen können, sodass ich bei Fachgesprächen mithalten kann.

Generell sind die Australier sehr nett und offen. Allerdings ist es natürlich nicht immer einfach, ohne Sprachkurs oder Schulbesuch viele Kontakte zu knüpfen, gerade wenn man den ganzen Tag arbeitet.

Allerdings konnte ich auch das Problem nach dem ersten Monat, leichter "Einsamkeit" lösen und habe nette Leute kennen gelernt. Nachdem dieser erste Schritt getan ist lernt man dann schnell viele Leute kennen :-)

Ich habe natürlich auch sehr viel unternommen. Ich habe viele Wochenend-Trips gemacht, gerade an langen Wochenenden bin ich oft in andere Städte geflogen, wie Melbourne oder die Hauptstadt Canberra. Es gab aber auch hier unter der Woche und am Wochenende immer genug zu tun. Die vielen Strände, unzähligen Bars oder schöne Plätze, an denen man einfach stundenlang sitzen kann, sind hier noch lange nicht das Einzige. Den Kontakt zu anderen Teilnehmern habe ich eher vermieden, da ich gerne „Teil Sydneys“ sein wollte, ein Bewohner wie jeder andere und mich nicht nur mit anderen Reisenden treffen wollte.

Es ist beinahe unmöglich, den schönsten Moment aufzuzählen, da es unzählige gab. Jede Woche, jedes Wochenende war innerhalb meiner Freizeit ein Highlight!

Mir hat die Betreuung in Deutschland sehr gut gefallen. Ich habe mich zu jedem Zeitpunkt sehr gut betreut gefühlt und auf jede Frage immer sehr schnelle Antworten bekommen. Vermisst habe ich dabei nichts.

Auch über die Betreuung vor Ort kann ich nur Gutes berichten. Ich konnte das Team vor Ort jederzeit kontaktieren falls nötig und mir wurden restlos alle Informationen übermittelt. Allerdings wollte ich mich davon nicht abhängig machen und habe mehr mein "eigenes Ding" durchgezogen, sodass die Betreuung vor Ort eigentlich von meiner Seite aus gar nicht wirklich nötig war.

Der Auslandaufenthalt war die beste Entscheidung meines Lebens. Ich habe bereits einigen Freunden auf die Frage: „Hast du dich verändert?", geantwortet mit: „Ich habe mich nicht verändert, ich bin einfach mehr als vorher.“ :-) Man lernt sich selbst wirklich besser kennen. Natürlich darf man auch nicht vergessen, dass sich mein Englisch wirklich sehr verbessert hat.

Es ist wichtig, wirklich jeden Moment zu nutzen, da die 6-8 Monate rasend schnell an einem vorbei ziehen. Die ganze Reise ist nicht nur eine riesige Chance, es kann auch zum Erlebnis des Lebens werden. Auch wenn es anfangs schwer fällt Leute kennen zu lernen, ist es manchmal sehr interessant Dinge zu tun die man normal zu Hause nie tun würde und eventuell auch einfach Gespräche mit Leuten anfängt die neben einem sitzen am Darling Harbour, im Zug oder am Opera House. :-)

Erfahre mehr über das Projekt, das Sascha K. so begeistert hat: Individuelles Praktikum in Australien