Individuelles Praktikum in Australien

"Ich habe in diesen 2 Monaten mehr als in einem halben Jahr Ausbildung gelernt."

  • Auslandspraktikum
  • Australien
  • 8 Wochen

Erfahrungsbericht von

18.06.2014

Laura schrieb:

"Ich kann gar nicht so genau sagen, wie ich mir Australien vorgestellt habe, weil ich schon vorher viel über das Land gelesen und gehört und in Dokumentationen gesehen habe. Aufgrund der Informationen, die ich hatte, habe ich es mir sehr schön und sehr warm vorgestellt. Ich wusste zwar, dass es dort Winter sein wird, wenn ich ankomme, aber habe auch viel darüber gelesen, dass es nicht so kalt wie hier in Deutschland ist, deshalb war ich überrascht, dass es doch so kühl war.

Die Zeit während meines Programms hat mir sehr gut gefallen.Die Menschen, mit denen ich zusammen gearbeitet habe und auch meine Gastfamilie waren so herzlich und offen, dass mir der Abschied, obwohl ich nur 2 Monate dort war, ziemlich schwer gefallen ist. Die Zeit mit den Mitarbeitern war sehr angenehm und ich habe dort so viele Sachen erlebt. Ich habe in diesen 2 Monaten mehr als in einem halben Jahr Ausbildung gelernt.  Z.B.habe ich vom Manager direkt am zweiten Tag eine Einführung über die Hotelbranche bekommen. Darüber war ich sehr positiv überrascht, denn ich war ja "nur" eine Praktikantin und da ich hier in Deutschland schon einige Praktika absolviert habe, hatte ich nicht damit gerechnet, für so wichtig gehalten zu werden. Ich musste auch alle Aufgaben erledigen, die ein Festangestellter machen musste,  z.B. mit dem Computer die Gäste ein und aus checken oder Reservierungen vornehmen. Hier in Deutschland durfte ich so etwas nicht mal während meiner Ausbildung. Außerdem habe ich zuerst gedacht, dass mich niemand versteht. Als ich das dann angesprochen hatte, wurde ich nur angelächelt und alle haben mich für mein Englisch gelobt.

Mein typischer Tagesablauf im Hotel sah folgendermaßen aus: Um 7 Uhr morgens war immer Schichtbeginn. Das Erste, was wir gemacht haben, war die Übergabe von der Nachtschicht, also alles, was in der Nacht nicht erledigt werden konnte, wie z.B. Reparaturen in den Zimmern von Gästen, die sich beschwert haben, weil der Fernseher oder das Licht nicht funktioniert, wurden an die Früh-Schicht weiter gegeben. Dann habe ich jeden Morgen die Key Karten für das Housekeeping neu installiert. (Durch ein Kartenlesegerät gezogen und neu gescannt). Danach  wurden den Rest des Tages Aufgaben erledigt, die so anfielen (Gäste einchecken/auschecken, Zimmerkontrollen, Wünsche und Verbesserungsvorschläge von Gästen entgegennehmen).

Von 12 Uhr bis 12.30 Uhr war dann Mittagspause. Danach wurde dort weitergemacht, wo aufgehört wurde. In der Zwischenzeit hat jemand anderes meinen Posten übernommen, da man die Rezeption nicht unbeaufsichtigt lassen darf. Kurz vor Feierabend (15.00 Uhr) musste man noch den Security Check machen, also einmal durch das ganze Gebäude gehen und nachschauen, ob alle Notausgänge von innen geöffnet und von außen geschlossen sind.

Die Aufgaben haben mir alle ziemlichen Spaß gemacht und ich bin auch sehr gerne länger geblieben, wenn es Probleme gab, wie z.B. bei dem Vergleich des Geldes. In meinem Praktikum habe ich durch diese Aufgaben auch viel Berufserfahrung sammeln können. Mit der fremden Kultur bin ich auch super klar gekommen, aber die meiste Zeit verbrachte ich mit Arbeiten oder bei meiner Gastfamilie, die ursprünglich aus England kommt. Ich habe aber einen ganz besonderen Spruch behalten: NO WORRIES! Den hat so ziemlich jeder dort gesagt, wenn man traurig oder verärgert war.

In meiner Freizeit habe ich viel mit meiner Gastfamilie unternommen. Wir waren Volleyball spielen und mein Gastbruder war fast genauso alt wie ich, deshalb bin ich auch ein, zweimal mit ihm in eine Bar gegangen. Außerdem habe ich am Wochenende viel Zeit mit anderen Teilnehmern, die allerdings nicht in meinem Hotel, sondern in anderen Bereichen gearbeitet haben, unternommen. Ich war z.B. mit einem Mädchen an einem Tag in den Blue Mountains. Das war einfach nur gigantisch und mega schön!

Es gab viele schöne Momente während meines Aufenthalts. Z.B, als ich in den Blue Mountains eine Gondelfahrt von der einen, zur anderen Seite gemacht habe oder als ich im Fetherdale Wildlifepark Kängurus gefüttert habe und einen Koala gestreichelt habe. Außerdem habe ich am Bondi Beach gesessen und einfach nur die Sonne genossen. Sehr gut hat mir auch der Taronga Zoo gefallen. Dort konnte man sogar die Lemuren füttern! Was auch sehr schön war, war der Ausblick von meinem Zimmer. DER HAMMER! Direkt auf die Stadt mit der Brücke im Hintergrund. Sehr schön war auch, dass ich ab und zu für meine Gastfamilie kochen durfte. Das Highlight schlechthin war das Volleyball WM Finale im Olympiastadion und natürlich NICHT zu vergessen mein 21. Geburtstag. Das war auch ein super schönes Erlebnis, den eigenen Geburtstag dort feiern zu dürfen.

Das Einzige, was ich wirklich vermisst habe, war das Essen! Die Esskultur dort ist ziemlich anders als bei uns und meine Gastfamilie war vegetarisch und deshalb konnte ich kaum etwas essen, was lange satt hält. Aber ansonsten fand ich es sehr, sehr, sehr gut! :) Was mir auch noch sehr gut gefallen hat waren die Treffen mit den anderen Teilnehmern aus anderen Bereichen. Dadurch konnte man noch mehr Leute kennenlernen.

Fazit:

Es war die beste Entscheidung, die ich je getroffen habe, nach Australien zu gehen. Ich war vorher die ganze Zeit am überlegen, da ich komplett auf mich allein gestellt war und niemanden kannte, aber es ist einfach ein unglaublich gutes Gefühl, zu sehen, dass man es wirklich alleine meistern kann. Ich glaube auch, dass mein Selbstbewusstsein dadurch ziemlich angestiegen ist!

Meine Tipps:

• Beim Busfahren sollte man sich vorher auf einer Karte schlau machen, weil die Busse nicht, wie in Deutschland, eine Stimme haben, die jede Haltestelle ansagt. Das heißt man sollte ungefähr wissen, wo man sich gerade befindet. Außerdem sollte man sich, bevor man mit dem Bus fährt, ein Ticket kaufen (diese gibt es in jedem 7 Eleven oder Kiosk).
• Für einen längeren Zeitraum (eine Woche) empfehle ich das My Multi Ticket (ACHTUNG: Gibt es in verschiedenen Varianten). Das My Multy 1 z.B. gilt nur für Bus und Bahn. Das My Multy 2 gilt auch für die Fähre, was sehr schön ist, wenn man außerhalb der Stadt wohnt, da man einen wunderschönen Ausblick auf das Opera House und die Harbour Bridge hat).
• Wenn man sich selbst mit Essen verpflegen muss, dann empfehle ich zu Woolworth zu gehen. Dort kann man relativ günstig und gut Lebensmittel kaufen."

Erfahre mehr über das Projekt, das Laura K. so begeistert hat: Individuelles Praktikum in Australien